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Der Exot auf der Aussenbahn

Mit frecher Optik versucht der Lexus IS das Feld von hinten aufzurollen. Und das mit zwei erstaunlich unterschiedlichen Antriebskonzepten.

Optisch setzen beide aufs sportliche Pferd, doch unter der Haube des IS 250 und des IS 300h stecken ganz unterschiedliche Motor-Philosophien. Die Hybridversion der japanischen Luxuslimousine setzt auf einen 4-Zylinder-Benziner und einen Elektromotor mit einer Systemleistung von 223 PS bei einem Normverbrauch von 4,3 bis 4,7 Litern auf 100 Kilometer. Damit stellt Lexus die komfortable und vernünftige Seite des IS in den Vordergrund, der mit bequemen Sitzen und mit harmonisch straffem Fahrwerk auch für längere Reisen taugt. Wer den dynamischen Charakter betonen will, wählt den konventionellen, rund 2000 Franken günstigeren Benziner. Im IS 250 ist ein klassischer V6 verbaut. Der 2,5-Liter-Benziner leistet 208 PS – und verbraucht laut Werk 8,6 bis 9,2 Liter. Im Alltag erreicht man diesen Wert zwar problemlos, er ist aber insgesamt nicht mehr wirklich zeitgemäss. Der Benziner mag hohe Drehzahlen, die volle Leistung erreicht er erst bei 6400 Umdrehungen, das maximale Drehmoment von 252 Newtonmetern bei 4800 Umdrehungen. Allerdings ist das sanft schaltende 6-Gang-Automatikgetriebe in der Normal- und der Eco-Stellung so eingestellt, dass man solche Drehzahlhöhen gar nie erklimmt. Richtig auf Touren bringt man den IS nur im Sport-Modus oder noch besser mit manuellen Schaltvorgängen über die Paddels am Lenkrad. Dann hängt der 4,67 Meter lange IS schön am Gas und der Fahrer kann das direkte Fahrgefühl und die präzise Lenkung auskosten. Mit 1,6 Tonnen ist der Japaner nicht gerade ein Leichtgewicht, daher ist auch der Beschleunigungswert von 8,1 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer nicht überragend. Dynamische Kurven passen aber eigentlich ganz gut zur grössten Stärke des Lexus, nämlich dem Aussendesign. Vor allem vorne kann sich der Japaner von der europäischen Mittelklasse-konkurrenz abheben. Der Diabolo-Kühlergrill ist schon von Weitem erkennbar, die gezackten Kanten und die LED-Lichter im Pfeil-Design passen perfekt dazu. Der Lexus versprüht eine selbstbewusste Dominanz, ohne übertrieben aggressiv zu wirken. Dazu passt auch der neu gestaltete Innenraum: Das Cockpit ist auf den Fahrer ausgerichtet, der sich in den F-Sport-Sitzen mit verstärktem Seitenhalt sehr gut aufgehoben fühlt. Zum hochwertigen Ambiente gehören die schön verar­bei­te­te, schwarz-rote Lederausstattung und das digitale Kombi-Instrument. Der runde Tacho ist in der Mitte platziert und schwebt auf Knopfdruck elegant zur Seite, um Platz für weitere Infos zu schaffen. Der Lexus hilft übrigens auch Technikmuffeln: Tippt man etwa den Tempomat an, wird dezent eine Grafik des Hebels eingeblendet, welche die wichtigsten Funktionen erklärt. Leider wird die edle Anmutung immer wieder durch mässig schöne Plastikteile unterbrochen, etwa rund um die Bedienelemente von Radio und Klimaanlage. Das passt nicht zur luxuriösen Mittelklasse, in der unser Testwagen mit einem Preis von 70?500 Franken anzusiedeln ist. Zwar gibt es den IS 250 bereits ab 46?800 Franken (inklusive solider Komplettausstattung). Für den F Sport werden aber mindestens 55?400 Franken fällig: 18-Zoll-Felgen, LED-Leuchten oder Sportsitze sind dann ebenfalls an Bord. Navi mit DAB-Radioempfang kostet zusätzliche 4000 Franken, das wirklich tolle Mark-Levinson-Soundsystem 2200 Franken, die F-Sport-Lederausstattung 3900 Franken, der Totwinkelassistent mit Querverkehrswarner 1300 Franken und der adaptive Tempomat mit Pre-Crash-Sicherheitssystem nochmals 2500 Franken. So ist der IS 250 zwar top ausgestattet, aber eben auch nicht mehr wirklich günstig. Lexus IS 250 F Sport + Dynamisches Design+ Passgenaue Ledersitze+ Agiles Handling – Hoher Verbrauch– Unpräzises Bedienungskonzept– Nicht überall gute Plastikqualität

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