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Der FCZ verschärft die Berner Krise

Bern. Die Young Boys verlieren auch gegen den FC Zürich 0:1 und warten nun seit fünf Spielen auf einen Sieg. Zu reden gab der schwache Schiedsrichter aus Österreich.

Als das Spiel fast zu Ende war, ging es im Stade de Suisse erst richtig los. Die nach einem Platzverweis gegen Alain Rochat in Unterzahl agierenden Young Boys bekamen einen Freistoss an der Strafraumgrenze, als im Rücken des österreichischen Schiedsrichters Alexander Harkam der YB-Verteidiger Marco Bürki nach einem harmlosen Schubser von Marco Schönbächler in der unbedarften Art eines drittklassigen Laien-Schauspielers zu Boden ging. Die Unsportlichkeit von Bürki war das Startsignal zu minutenlangen Scharmützeln auf dem Rasen mit einem Platzverweis gegen den FCZ-Mittelfeldspieler Davide Chiumiento als Tiefpunkt. Chiumiento? Ja, denn Harkam hatte den falschen Zürcher als Täter ermittelt.

Missglücktes Experiment

FCZ-Trainer Urs Meier war fassungslos: «Ich kann nicht akzeptieren, wenn einem meiner Spieler so etwas passiert. Wir werden sicher gegen den Entscheid rekurrieren.» Auch YB-Torhüter Marco Wölfli ging mit dem Schiedsrichter hart ins Gericht. «Man muss sich überlegen, ob solche Experimente etwas bringen. Jeder hat gesehen, was los war ...» Wölfli sprach damit die Gewohnheit an, dass die Schweizer und die österreichische Liga ab und an Gast-Schiedsrichter im Nachbarland stellen.

In der Tat hat Schiedsrichter Harkam seine Sache zunächst gut gemacht. In der 64. Minute aber unterlief ihm ein erster Fehlentscheid: Rochat spielte im Zweikampf mit Schönbächler sauber den Ball, was Harkam offensichtlich nicht sah. Er schickte den Berner Verteidiger mit der zweiten Verwarnung vom Platz. Captain Wölfli reklamierte vergebens und wurde verwarnt, Coach Uli Forte gar auf die Tribüne geschickt.

Von Bergens Lattenkopfball

Das unschöne Ende gab auch deshalb so viel Diskussionsstoff her, weil es zuvor wenig zu sehen gegeben hatte. Die Young Boys waren wegen der aktuellen Negativ-Serie verunsichert und mussten zudem wegen Sperre und Verletzungen auf sechs mögliche Stammspieler verzichten (Bertone, Veskovac, Affolter, Sutter, Gajic, Doubai). Das ergab unter dem Strich eine Leistung, die zu den letzten Resultaten passte. YB war schwach und zu einer wirklichen Chance kam der frühere Leader erst, als es fast zu spät war. Steve von Bergen traf in der 95. Minute nach einem Corner nur die Latte. So geht die Krise bei den Bernern weiter. In den Runden 6 bis 10 holten sie nur einen einzigen Punkt und verspielten auf den neuen Leader FC Basel zehn Zähler.

Chermitis erstes Saisontor

Der FC Zürich verdiente sich den Sieg, weil er schon vor der Pause zwei-, dreimal gefährlich gewesen war. Kurz nach Beginn der zweiten 45 Minuten holten die Zürcher dann zum entscheidenden Schlag aus: Pedro Henrique flankte bei einem Freistoss zur Mitte, wo Amine Chermiti mit dem Kopf das Siegestor erzielte (50.). Urs Meier war zufrieden: «Das war eine hervorragende Reaktion nach der Niederlage gegen Aarau.» Richtig reagiert hatte offenbar auch der Trainer selbst. Pedro Henrique und Chermiti, der sein erstes Saisontor erzielte, waren zwei von sechs Spielern, welche Meier nach dem 1:2 vom Donnerstag gegen den Aufsteiger neu in die Startformation nahm. (si)

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