Zum Hauptinhalt springen

«Der ‹Frieden und Fisch› ist nicht pleite»

Edgar Spronk hat Privatkonkurs gemacht. Mit dem Restaurant Frieden und Fisch habe das nichts zu tun. Die Schulden stammen aus der Zeit beim Gasthof Adler in Rorbas.

Bevor Edgar Spronk im Frühjahr 2011 das Restaurant Frieden und Fisch in Oberohringen übernahm, hat er acht Jahre lang den Gasthof Adler in Rorbas geführt. Mit dem Umsatz im «Frieden und Fisch» zeigt er sich heute zufrieden. «Wir haben täglich praktisch von 7 bis 24 Uhr Kundschaft.» Allein über Mittag setzt das Restaurant in Oberohringen ihm zufolge 30 bis 50 Menüs ab. Dennoch ist gegen Spronk am 6. August 2013 ein Konkursverfahren eröffnet worden. Das Gläubigerverzeichnis liegt nun für die beteiligten Gläubiger zur Einsicht auf, wie das Konkursamt Wülflingen-Winterthur am 21. März im «Landboten» unter den «Amtlichen Mitteilungen» vermeldete. Wie aber kommt es, dass der Inhaber in Konkurs geht und das Restaurant Frieden und Fisch dennoch offen ist? Das Insolvenzverfahren habe gar nichts mit dem «Frieden und Fisch» zu tun, erklärt Spronk. Das Restaurant bleibe weiterhin geöffnet. Die Schulden würden noch von seinem ehemaligen Betrieb, dem Restaurant Adler in Rorbas, herrühren, wo ein ehemaliger Geschäftspartner Gelder im fünfstelligen Bereich veruntreut habe. «Leider habe ich die interne Buchhaltung damals zu wenig überprüft», bedauert Spronk. Mehrwertsteuerschuld Der Hauptteil der Schulden sind dem 44-Jährigen zufolge ausstehende Mehrwertsteuerzahlungen. Saläre von Festangestellten seien keine betroffen, versichert Spronk. Mit einem Koch, der letztes Jahr im Stundenlohn bei ihm gearbeitet hat und noch Lohnnachforderungen geltend macht, bestehe eine Abzahlungsvereinbarung. Edgar und Ingrid Spronk führen das Restaurant in Oberohringen gemeinsam. Die beiden beschäftigen einen Lehrling als Koch sowie zwei Serviceangestellte mit insgesamt 100 Stellenprozenten. «Der ‹Frieden und Fisch› ist nicht pleite», betont der zweifache Familienvater. Die Besonderheit, dass das Restaurant trotz Privatkonkurs des Inhabers weiterhin offen bleibt, erklärt der zuständige Notar und Konkursverwalter Stefano Masciadri vom Konkursamt Wülflingen-Winterthur damit, dass ein Grossteil des Inventars nicht dem Pächter, sondern dem Vermieter gehöre. «Wir sind deshalb zum Schluss gekommen, dass es kontraproduktiv wäre, das Restaurant Frieden und Fisch zu schliessen.» Von Den Haag nach Winterthur Edgar Spronk ist in der Gourmet-Gas- troszene kein Unbekannter. Seine berufliche Karriere als Koch startete der Niederländer laut eigenen Angaben im Alter von 17 Jahren in einem Nobelhotel in Den Haag. Zwei Jahre später verschlug es ihn nach Winterthur, zunächst ins damalige Hotel Wartmann. Seit da ar­bei­te­te Spronk als Küchenchef in verschiedenen Gastrobetrieben, dar­un­ter etwa die Restaurants Goldenberg und Casinotheater in Winterthur oder in Betrieben bei Starköchin Rosa Tschudi. Bevor er im Frühjahr 2011 das Restaurant Frieden und Fisch übernahm, führten er und seine Frau den renommierten Gasthof Adler in Rorbas. «Einen Teil der Kundschaft konnten wir auch in unser heutiges Restaurant übernehmen», freut sich Spronk.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch