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Der Fussball-Vater als Sportreporter

MeinungMirko Plüss

Fredy Künzler ist SP-Gemeinderat, Chef eines Internet-Providers und Vater eines fussballspielenden Sohns. Auf Facebook hat Fredy Künzler 1572 Freundinnen und Freunde, und diese kommen seit einiger Zeit in den Genuss von Matchberichten der E-Junioren, wo Künzler junior im Kader steht.

Die Berichte von Fredy Künzler über die Mannschaft seines Sohnes sind mit Lob garniert. «Unsere Jungs – mit der nominal besten Besetzung – begannen flott», heisst es beispielsweise. Doch mitunter schleicht sich auch prägnante Kritik an den zehnjährigen Buben ein, die manche Leser irritieren dürfte. So heisst es über einen beim Vornamen genannten Stürmer: «Wirklich ärgerlich waren die letzten 20 Minuten. Wenn er mal an den Ball kam, versiebte er die verbliebene Halb-Chance, ansonsten stand er ein bisschen rum.» Künzlers Fazit: «Warum er nicht ausgewechselt wurde, bleibt das Geheimnis des Trainers.»

«Man sollte früh lernen, dass es nicht immer einfach ist im Fussball und man stets auch für das Team kämpfen muss.»

Fredy Künzler

Auf Anfrage sagt Künzler, seine Kritik bringe er auch mündlich an und es habe sich noch niemand der anderen Eltern über seine Berichte beschwert. Dass mit einer derartigen Seriosität über Kinder-Fussball geschrieben wird, verteidigt er: «Man sollte früh lernen, dass es nicht immer einfach ist im Fussball und man stets auch für das Team kämpfen muss.» Und das ganze meine er auch nicht todernst: «Relax!» Allerdings könne er sich eine Zukunft als Sportreporter durchaus vorstellen.

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