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Der «geheime Investor» mietet die Biorender-Anlage

Monatelang war die Rede von einem Retter. Jetzt, wo die Biorender AG nach dem Ausstieg der Stadt Winterthur Konkurs anmelden musste, hat er sich geoutet: Die Bösch AG, die in Herisau Biogas produziert, mietet die Biorender-Anlage.

Vor kurzem noch war davon die Rede, die Anlage runterzufahren. Und heute war bei Biorender in Münchwilen eine Buchhalterin daran, «die Schlussabrechnungen für die Mitarbeiter» zu machen. Nun gibt es plötzlich wieder eine Zukunft: Die Anlage wird trotz des Konkurses weitergeführt. Das kantonale Konkursamt in Frauenfeld bestätigte eine Meldung der «Thurgauer Zeitung». Gemäss dem zuständigen Konkursbeamten hat die Jakob Bösch AG aus Herisau die ganze Liegenschaft gemietet und ein Teil des Personals übernommen, so dass der Betrieb weitergeführt wird.

Von der Schweinemast zum Entsorgungsbetrieb

Bei der Jakob Bösch AG handelt es sich um jenen geheimnisvollen Investor, von dem in den letzten Biorender- Monaten stets die Rede war und der die Firma hätte retten sollen. Ob das Herisauer Unternehmen nun beim absehbaren Verkauf der Anlage günstiger zum Ziel kommt, ist nicht erwiesen. Firmenchef Jakob Bösch senior war heute nicht erreichbar, und beim Thurgauer Konkursamt wollte niemand Genaueres über den Mietvertrag und die weiteren Schritte der Verwertung sagen. Klar ist jedoch: Die Bösch AG kennt das Geschäft und weiss, wie man unappetitliche Konsumabfälle zu Energie und Geld macht. Jakob Bösch führte in einem idyllischen Seitental am Rande von Herisau zunächst eine Schweinemast. Daraus wurde im Verlauf vieler Jahre ein grosser Entsorgungsbetrieb mit Biogasanlage. Die Firma sammelt Speiseresten aller Art ein bei Grossverteilern, Spitälern, Restaurants und Kantinen. Auch Überschüsse aus der Lebensmittelproduktion enden gelegentlich bei Bösch. Die festen Abfälle werden mit Schweinegülle aus dem Mastbetrieb vermischt und in drei riesigen Fermentertürmen vergärt. Das Biogas wird dann mittels Gasmotor und Generator in Strom umgewandelt. Das Biorender-Gas jedoch wird ins Gasnetz eingespeist. Der Stadtrat von St. Gallen will Ende Woche bekannt geben, ob er weiter Biogas von Biorender bezieht und zu welchen Konditionen. Winterthurs Parlament hat bereits entschieden: Fertig Schluss mit Biorender.

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