Rickenbach

Der Gemeinderat will die gesperrte Holzbrücke vorerst nicht ersetzen

An der Gemeindeversammlung in Sulz gab vor allem eine kleine Brücke zu reden, die seit einem Jahr gesperrt ist.

Kein Durchkommen, die Brücke ist morsch.

Kein Durchkommen, die Brücke ist morsch. Bild: Marc Dahinden

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Politik ist oft abstrakt. Da geht es um Abschreibungen, Abgrenzungen oder Auflagen. Doch manchmal prallen all diese Bestimmungen bei einer morschen Holzbrücke aufeinander, sodass der Tenor an einer Gemeindeversammlung lautet: «Das kann doch nicht sein!»

So einen Moment gab es am Donnerstagabend im Schulhaus Hofacker in Sulz, das zur Gemeinde Rickenbach gehört. Die 85 anwesenden Stimmberechtigten hatten die Jahresrechnung 2018 mit einem Plus von 2,36 Millionen Franken schon längst diskussionslos abgesegnet und danach den Informationen aus den verschiedenen Ressorts gelauscht: Finanzplanung, Liegenschaftenstrategie, neue Gemeindeordnung. Während einer Stunde gab es kaum Rückfragen.

Hochwasserschutz als Hindernis

Doch dann sprach Tiefbauvorsteherin Heidi Fink über die fünf Meter lange Holzbrücke, die sich in Rickenbach zwischen Kirche und Gemeindeverwaltung befindet und über den Schwarzbach führt. Seit rund einem Jahr ist sie gesperrt, weil der Hauptpfeiler verfault und die Brücke deshalb morsch ist. Einfach so ersetzt werden kann die Brücke nicht. Ein Neubau müsste aufgrund des Hochwasserschutzes einen halben Meter höher gebaut werden, zudem müsste er hindernisfrei, also ohne Tritte, sein. «Direkt unter der Brücke befindet sich auch noch die Leitung des Fernwärmeverbundes, dem Kirche, Schulhaus und das Gemeindehaus angehören», sagte Fink.

«Der Gemeinderat ist zum Schluss gekommen, für den Moment auf einen Ersatz oder einen Abbruch der Brücke zu verzichten.»

Laut Fink gibt es drei Optionen: Abbruch der Brücke und der Fernwärmeleitung, Abbruch der Brücke und Erhalt der Leitung mit Anpassungen oder ein kompletter Neubau der Brücke mit Gewährleistung des Hochwasserschutzes. Das würde jedoch teuer, von über 100000 Franken war die Rede.

Deshalb sagte Fink: «Der Gemeinderat ist zum Schluss gekommen, für den Moment auf einen Ersatz oder einen Abbruch der Brücke zu verzichten.» Zuerst wolle man abklären, wie es mit der Schnitzelheizung des Wärmeverbunds weitergehe. Denn diese braucht einen neuen Standort, weil die nötige Rauchgasreinigung am jetzigen Ort nicht reinpasst.

Heimliche Sanierung vorgeschlagen

Die Brücke ist als Schulweg auch eine Alternative zur Hauptstrasse. Eine Anwohnerin fände ein Abbruch der Brücke deshalb «sehr, sehr schade». Viele Anwohner würden so denken, sagte sie. Ein weiterer Bürger schlug vor, die Brücke im Unterhalt heimlich zu sanieren: «Zuerst die linke, dann die rechte Seite, auf einmal ist sie wiederhergestellt.» Jemand stimmte ihm zu: «Es war ja nicht der Kanton, der die Brücke gesperrt hat, weil sie morsch ist.» Präsident Hinnen betonte, dass das keine Option sei. «Alle müssen den Hochwasserschutz umsetzen, auch die Gemeinde.»

Allerdings ist diesbezüglich auch der Kanton noch in der Pflicht. So soll etwa der Durchfluss des Schwarzbachs unter der Hauptstrasse vergrössert werden. «Ich glaube nicht, dass sie dann die Strasse um einen Meter anheben, eher senken sie den Bach ab», sagte Hinnen. Dann müsste die Brücke vielleicht auch nicht mehr einen halben Meter höher gebaut werden.

Erstellt: 14.06.2019, 16:11 Uhr

Landbank, Schlaufe, Tempo 30

Die ehemalige Landbank soll sinnvoll saniert werden, wie Liegenschaftsvorsteher Andy Karrer am Donnerstagabend sagte.

Derzeit werde ein Bauprojekt erarbeitet, das an der Budgetversammlung im Herbst beantragt werden soll. Vor allem Sitzungsräume sollen im Nebengebäude der Gemeindeverwaltung entstehen. Vorwärts gehen soll es auch bei der Buswendeschlaufe am Bahnhof Rickenbach-Attikon.

Laut Verkehrsvorsteher Christoph Lang soll diesen Sommer ein erstes Projekt öffentlich aufliegen und im nächsten Frühling umgesetzt werden. Mehr Geduld braucht es bei der 30er-Zone an der Büelstrasse. Die Kantonspolizei will ein weiteres Gutachten erstellen lassen und schätzt die Umsetzung auf rund vier Jahre.

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