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Der Glücksfall für den FCW

Der FCW gewann auch sein viertes Spiel der Saison gegen den FC Lugano. Auf dem Weg zum 2:0 beanspruchte er aber mehrmals Glück.

Es mag in der Liga Mannschaften geben wie den FC Aarau oder den FC Wil, gegen die der FCW selten oder – wie in dieser Saison gegen die Wiler – gar nie punktet. Auch weil ihm wiederholt das Glück fehlt. Das Gegenteil ist der FC Lugano. Gegen ihn hat der FCW in den letzten drei Jahren nicht nur sieben von acht Spielen gewonnen, dar­un­ter seit dem 2:0 gestern alle vier in dieser Saison. Und gegen die Tessiner hat er immer wieder jenes Glück, das ihm gegen Aargauer oder Wiler abzugehen pflegt. Das Kehrausspiel gestern vor ein paar Hundert Zuschauern im Cornaredo, geprägt von zahlreichen Fehlpässen, gehörte dazu. Der FCW schoss ein frühes und ein spätes Tor. Zwischendurch dominierten die Tessiner die zweite Halbzeit zeitweise dermassen, dass ihr Trainer Raimondo Ponte hinterher begreiflicherweise sagte: «Wir haben es heute nicht verdient, zu verlieren.» In der Tat wäre ein Unentschieden gerechtfertigt gewesen – für das Plus des FCW in der ersten, für jenes Luganos in der zweiten Halbzeit. Ausser Kontrolle Bis zur Pause hatten die Winterthurer die Dinge unter Kontrolle, auch wenn da schon zu oft Fehlpässe störten. Das Tor war allerdings fein herausgespielt; ein kurzes Pässchen Marco Aratores auf Nick von Niederhäusern; dessen Flanke lenkte Janko Pacar per Kopf ins leere Tor. In dieser Halbzeit «hätten wir das Spiel auch entscheiden können», stellte Trainer Boro Kuzmanovic am Schluss fest. Zwei, drei gute Schüsse, eine sehr gute Chance Patrick Bengondos wären die Gelegenheiten dazu gewesen. Später allerdings verloren die Winterthurer dann zeitweise das Spiel völlig aus der Kontrolle, und zwar nach einem Doppelwechsel Raimondo Pontes 20 Minuten vor Schluss. Er schickte mit Gezim Shalaj und Matteo Bottani zwei Neue auf die Flanken und liess nur noch drei Mann verteidigen. Nun erzeugten die Tessiner so viel Druck, dass der Ausgleich nur noch eine Frage der Zeit schien. Aber Bottani traf den Pfosten, Armando Sadiku Sekunden später nur die Latte, und den Nachschuss Carlos Da Silvas wehrte von Niederhäusern zusammen mit Christian Leite ab. «Wer die Tore nicht macht, verliert halt», merkte Ponte dazu an, der Aargauer Trainer der Tessiner, der nach Spielschluss seinen sofortigen Rücktritt bekannt gab. Seine Zukunft im Tessin wäre ohnehin ungewiss gewesen. Die geplante Budgetreduktion steht den Interessen eines Trainers ja auch im Weg. Auf der andern Seite stellte Boro Kuzmanovic fest, «dass die Flanken Luganos aber auch sehr gut geschlagen waren». Und man müsse damit rechnen, «dass man ein Spiel mal ausser Kontrolle verliert». Aber nach einer Viertelstunde sei das ja wieder behoben gewesen. Entschieden war der Match dann nach dem zweiten Tor des FCW, das ein Abstauber Bengondos war, nachdem Torhüter Francesco Russo einen harten Schuss Aratores nicht hatte festhalten können. Bengondo traf den abgeprallten Ball aber so glücklich falsch, dass er unerreichbar für Russo gerade noch über die Linie kollerte. So blieb also wenigstens die letzte positive Serie des FCW bestehen, jene gegen Lugano. Die Leistung allerdings war zwiespältig, schwankend zwischen guten Ansätzen und ein paar Mal gar mehr, aber auch vielen Ballverlusten. Vor allem bis zur Druckphase der Tessiner zeigten die Verteidiger gute Leistungen, auch das Aussenduo. Von Niederhäusern lieferte in der ersten Halbzeit mehrere gute Offensivszenen; dass er gar ein Tor direkt vorbereitete, gehört zu den Raritäten. Freuler auf der Bank Im Mittelfeld hatte Boro Kuzmanovic Luca Radice und Stefan Iten als Doppelsechs in einem 4-2-3-1 aufgestellt, dazu Pacar auf der rechten Flanke. Das war Konsequenz der Massnahme, Remo Freuler bis zum ersten Wechsel in der 65. Minute auf die Ersatzbank zu setzen. Vom Jüngling, dessen Zukunft weiterhin offen ist, hatte der Trainer in letzter Zeit offensichtlich zu oft das Gefühl, der habe seinen Kopf schon anderswo als beim FCW. Pacar nutzte seine Chance insofern, als er sein zweites Tor für den FCW schoss. Dar­über hinaus aber glückte ihm nicht mehr sehr viel. Es war allerdings bei manchen so, dass sich bessere mit deutlich schwächeren Szenen abwechselten. Doch weil der FC Lugano für den FCW nun mal offensichtlich ein Glücksfall ist, reichte das doch zum Sieg. Deshalb fuhren die Winterthurer auch mit nur noch einem Punkt Rückstand auf die AC Bellinzona zurück über den Gotthard. Natürlich hat die ACB noch ein Spiel nachzutragen. Aber berücksichtigt man alle Punkte, die ihr abgezogen wurden, schon in der Tabelle, dann ist ihr der FCW wieder nahe. (hjs)

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