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Der Heimvorteil war alles

Oerlikon. Selbst der HC Davos musste sich mit dem speziellen Gesetz der siebten Spiele in den Viertelfinals beugen.

Die ganze Aufregung war, so schien es, umsonst. Am Ende setzten sich die Favoriten doch noch durch. Ob sie wie die ZSC Lions und Bern 1:3 in Rückstand gelegen hatten, ob sie, wie Fribourg-Gottéron, eine 3:0-Führung preisgegeben hatten oder ob sie, wie der EV Zug, im Auf und Ab dem HC Lugano immer wieder hatten Luft geben müssen. Alle Partien folgten dem speziellen Gesetz der siebten Spiel in den Viertelfinals. Und das heisst: Der Heimvorteil ist (fast) alles. Vor dem letzten Samstag waren 14 entscheidende Viertelfinalpartien ausgetragen worden, 12 davon hatte das Heimteam gewonnen. Nun lautet diese Statistik: 18 «Belles», 16 Heimsiege. Aber wohlgemerkt: Nur in den Viertelfinals ist das Heimspiel ein Vorteil.

Sogar der HC Davos, der grosse Spezialist der siebten Spiele, musste sich diesem Gesetz beugen. Zum ersten Mal überhaupt verloren die Davoser ein siebtes Spiel – Andres Ambühl aber auf der andern Seite verlängerte seine Serie von Triumphen in Entscheidungsspielen auf acht.

Zweimal an die Torumrandung

Der für die Gästeteams so heimtückische Heimvorteil zeigte sich am Beispiel der Davoser in Zürich. Dino Wieser traf, von beinahe allen unbemerkt, schon nach 30 Sekunden nur den Pfosten. Dario Bürgler setzte den Puck nach 20:28 an die Latte des Zürcher Tors.

Die Davoser – und das ist für den Rekordmeister doch höchst bemerkenswert – sind nun zweimal in Folge bereits in den Viertelfinals ausgeschieden. Vor einem Jahr als Nummer 2 der Qualifikation ohne einen Sieg gegen die ZSC Lions, nun als Nummer 5 nach 50 Runden mit einem «ehrenhaften» 3:4 gegen die Zürcher.

Auffällig war, dass der Bündner Trainer Arno Del Curto sich zum ersten Mal überhaupt mit den Schiedsrichtern öffentlich anlegte. Er beklagte sich über Benachteiligung. Ein Del Curto in Form hätte sich mit anderm beschäftigt.

Die Davoser werden im nächsten Jahr einen neuen Anlauf nehmen. Wohl mit einigen neuen Gesichtern. Aus Kloten kommt mit Samuel Walser ein talentierter Center. Und es dürfte der eine oder andere neue Ausländer in Davos eintreffen. Josef Marha hat seine Karriere mit dem Ausscheiden in Zürich definitiv abgeschlossen. Der Tscheche war 2001 ins Bündnerland gekommen, er war eine der wichtigsten Figuren in der Mannschaft, mit der er fünf Titel holte. Schon einmal hatte der 37-Jährige, der auch in dieser Serie als Center und als Verteidiger auftrat, sich verabschiedet. Er war dann aber zurückgekehrt. Nun wird er höchstens für eine Ehrung nochmals zum HCD anreisen.

Was bei den Davosern auffiel: Die jungen Spieler wie Gregory Sciaroni und Grégory Hofmann, in der Qualifikation gefeiert, waren in den Playoffs beinahe unsichtbar. Dario Bürgler dagegen müsste endlich mal ein gewichtiges Thema für die Nationalmannschaft werden. Er zeigte bisher eine starke Saison. (jch)

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