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Der Jubel rollt

Von «Sechsminuten» bis zum «Yübiläüm». Das Casinotheater geht im Herbstprogramm mit der Zeit. Ein Preview mit Ursus & Nadeschkin, Lapsus und Co. Und eine reitende Tischbombe ist auch dabei.

Das Casinotheater ist im Jubiläumsjahr – zehn Jahre gibt es schon diese Institution. Von einem «Epizentrum der Komik» schreibt eine Schweizer Korrespondentin in «Die Zeit», was natürlich sehr lobenswert ist. Weniger Freude wird Winterthur Tourismus haben. Denn Winterthur erscheint in der «Zeit» als «eine unerhebliche Kleinstadt» und ist «so glamourös wie Bad Schinznach bei Wassermangel». Schwamm drüber. Es geht ja um das Programm. Und da sagen sogar die Deutschen: «Netthamseshier!».

Mit einem Feuerwerk beginnt die Herbstsaison des Casinotheaters. Angesagt ist am 25. August ein buntes Eröffnungsfest – was selber für das Haus eine Premiere ist. Die Kinderproduktionen Heidi, Schellen-Ursli, Hippigschpängschtli und Pippi gibt es hier im Schnelldurchlauf. Und für die Grösseren ist am gleichen Abend auch etwas sehr Schönes dabei. Die britische Truppe Spy Monkey zeigt hier ihr sehr lustiges Programm «Love In» – rudimentäre Englischkenntnisse sind von Vorteil, steht in der Programmzeitung.

Ganz zu Hause sind hier Ursus & Nadeschkin. So feiern die zwei Bühnenkünstler im Casinotheater ihr 25-Jahr-Jubiläum mit einer neuen Produktion. «Sechsminuten» soll ein Stück aufgepimptes Theater sein. Fulminanter Beginn, vorzeitiges Ende, das sind die angekündigten Eckdaten. Die Premiere ist am 5. September – und eine Reihe von Previews sind auch noch vorgesehen.

Premierenmässig sind neben Ursus & Nadeschkin im Programm weiter angekündigt: Crusius & Deutsch zeigen Szenen aus einem Schweizer Keller, «Eingemacht» heisst das Stück, es ist eine Art Huis clos in Sachen Notvorrat. Susanne Kunz tritt auf mit «Elsbeth! – Eine Tischbombe reitet aus», die Komödiantin bekommt schon für diesen Titel einen Sonderapplaus. Lapsus sind wie immer recht lakonisch, «Klaut» heisst kurz der Titel des fünften abendfüllenden Programms des Duos.

Eine Handschrift, viele Wege

Insgesamt sind über dreissig Gastspiele im Casinotheater angesagt, sechs davon sind Premieren. Das Programm trägt noch ganz die Handschrift von Paul Burkhalter – der neue künstlerische Leiter Nik Leuenberger schreibt sich erst in seine Aufgabe hinein. Jeder und jede aber wird sich durch das Herbstprogramm einen eigenen Weg suchen – und auch finden. Wer das Deutsche liebt, hält sich an Bernhard Hoëcker (er ist der mit dem «Netthamseshier!»), an Chin Meyer («Der Jubel rollt»), Nico Semsrott («Freude ist nur ein Mangel an Informationen») oder auch an Sissi Perlinger («Gönn dir ne Auszeit»). Schweizer Pendant sind dazu Stéphanie Berger mit ihrem «MissErfolg», Michael Elsener («Stimmbruch») oder auch Massimo Rocchi («RocCHipedia»). Und was passt besser zu einem Jubiläum als «Yübiläüm», die Comedy des Worttänzers und Objekttäters Peter Spielbauer.

Es muss nicht immer betreute Comedy sein. Auch ganz wunderfeine Sachen finden sich im Herbstprogramm. Da liest Pedro Lenz aus seinem Roman «Der Goalie bin ig», Christian Brantschen begleitet die Episoden am Klavier. Der syrisch-deutsche Erzähler Rafik Schami macht im Haus einen poetischen Spaziergang durch Damaskus. Und Mike Müller, der Schauspieler, migriert in die Schule, sehr nah ans Leben geht «Elternabend». Ein Epizentrum muss nicht immer komisch sein.

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