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Der Kampf der Kindergärtnerinnen

Die Prima-In­itia­ti­ve stellt die Frage nach der Zukunft des Kindergartens. Dies spaltet den Verband der Zürcher Kindergärtnerinnen. Auch an der Demonstration gestern Abend.

Die Abstimmung vom 25. November hat schon einiges bewirkt – ohne dass das Ergebnis feststünde. Im Verband Kindergärtnerinnen Zürich (VKZ) hat die Volksinitiative, die anstelle eines Kindergartens eine Grundstufe fordert, die Positionen klar hervortreten lassen. Im VKZ sind rund 500 Kindergärtnerinnen des Kantons organisiert, unabhängig davon, ob sie in einem herkömmlichen Kindergarten unterrichten oder in einer der Versuchsgrundstufen arbeiten.

Die Prima-In­itia­ti­ve fordert, dass die Grundstufe im Kanton Zürich flächendeckend eingeführt wird. In der Grundstufe teilen sich Kindergärtler und Erstklässler ein Klassenzimmer. Auf den altersdurchmischten Unterricht folgt nach zwei bis vier Jahren der Übertritt in die zweite Klasse.

Damit soll auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingegangen werden können und der Übertritt vom Kindergarten in die Schule vereinfacht werden, argumentieren die Befürworter. Die Gegner sagen, der heutige Kindergarten erfülle bereits über weite Strecken die Vorgaben der Grundstufe.

Zweifel am Vorstand

Der VKZ wurde über Jahre von einem Vorstand geführt, welcher der Grundstufe wohlgesonnen war. Der VKZ-Vorstand nahm an einer Arbeitsgruppe des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands (ZLV) zur Grundstufe teil. Der ZLV befürwortet den Gegenvorschlag des Kantonsrates, der es den Gemeinden überlässt, ob sie die Grundstufe einführen.

Am 2. Oktober kam es zum Knall im Kindergärtnerinnenknatsch: An der Mitgliederversammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt, der sich aus Frauen zusammensetzt, die am Kindergarten festhalten wollen. In der Folge griff der neue Vorstand aktiv in den Abstimmungskampf ein, autorisierte Flyer, die für ein doppeltes Nein warben, und plante einen Demonstrationszug von Kindergärtnerinnen für gestern Abend. Die Frauen sollten einen Räbeliechtliumzug in der Zürcher Innenstadt durchführen. Dieser wurde kurzfristig abgesagt.

Denn: Ein Mitglied des VKZ hat eine Nichtigkeitsbeschwerde gegen die Wahl des neuen Vorstandes eingereicht. Sie zweifelt die Wahl an. Barbara Schwarz, die neue Vizepräsidentin des VKZ, kann das nicht nachvollziehen. Sie sagte gestern: «Wir wurden an der Versammlung vorgestellt und beinahe einstimmig gewählt.»

In den letzten Jahren wurde der Verband mehrheitlich von Grundstufen­befürworterinnen geführt. Schwarz erwähnte, dass deswegen Mitglieder ausgetreten seien. Trotz der Nichtigkeitsbeschwerde sagte Schwarz: «Es herrscht keine Unruhe im Verband. Man kann für oder gegen ein Thema sein.» Sie fügte an, dass 77 Prozent der Mitglieder gegen die Prima-In­itia­ti­ve seien. Dieses Ergebnis kam allerdings aufgrund einer Umfrage des neuen Vorstands zustande, deren Aussagekraft wird von Prima-Befürwortern und ZLV bestritten.

Die Demonstration gestern Abend sollte die Kindergärtnerinnen in die öffentliche Wahrnehmung bringen. In der aktuellen Si­tua­tion verzichtete der Vorstand auf die Aktion. Die Demonstration war jedoch von der Stadt bewilligt und Schwarz bestätigte, dass sich auf dem Bürkliplatz Kindergärtnerinnen versammeln würden.

Das Ja-Komitee hatte eine Gegen­aktion angekündigt. Schwarz sagte: «Ich glaube nicht, dass sie diese Stör­aktion machen werden.»

Urs Keller, Leiter des Ja-Komitees, widersprach gestern: «Wir werden es durchziehen.» Er war gerade damit beschäftigt, ein Plakat für die Störaktion zu malen. Er sagte, der Streit im VKZ nütze dem Ja-Komitee im Abstimmungskampf.

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