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Der Kampf ums realistische Ziel

Der FC Basel wird wohl wieder Meister. Also bleibt der Konkurrenz nur der Cup als realistische Chance, einen Titel zu gewinnen. Heute geht es in die Viertelfinals.

Die Meisterschaft zu gewinnen mag für eine Mannschaft wie die Grasshoppers nicht ganz aussichtslos sein. Sie haben den FCB ja auch in der vergangenen Saison bis kurz vor Schluss gefordert. Aber die Chancen auf einen Titel sind im Cup doch weit realistischer – für GC wie für alle andern Gegner des FCB, der im Regelfall in der Liga wieder unantastbar sein wird. Diese Sicht auf die Dinge zeigt die Bedeutung der Cup-Viertelfinals Thun – GC und St. Gallen – FCZ, aber auch Luzern – Lausanne. Die Grasshoppers, der FC Luzern, etwas dahinter der FC St. Gallen – sie alle bilden in der Liga den ersten Kreis der FCB-Verfolger, zusammen mit den Young Boys. Die aber, die von all diesen Klubs am längsten auf einen Titel warten, sind im Cup schon gescheitert, wieder mal früh. Die Grasshoppers. Zuletzt spielten sie auch aufgrund der Absenzen gleich mehrerer defensiver Stammspieler «zwei schlechte erste Halbzeiten», wie ihr Trainer Michel Skibbe nochmals sagt. In Aarau reichte es nach massiven Korrekturen des Coachs zur Pause doch zum Sieg, gegen Luzern nur noch zu einer Steigerung, aber nicht mehr zu Punkten. Und in Thun werde man sich eine solche Halbzeit keinesfalls mehr leisten können, fügt Skibbe bei. Die Gefahr ist auch nicht mehr so gross, denn Milan Vilotic und Daniel Pavlovic kehren nach Sperren zurück, Michael Lang hat seine Verletzung überwunden. Einzig Captain Vero Salatic gehörte gestern nicht zur Delegation, die zuerst nach Baden zum Abschlusstraining auf dem Kunstrasen im Esp und dann nach Thun fuhr. Es werden – mit Lang und Pavlovic – beide Stamm-Aussenverteidiger wieder spielen, ein neuerliches Experiment mit einer Dreierabwehr ist ausgeschlossen. Schon wieder FCSG – FCZ Die defensiven Strukturen der guten Tage sollten sich also wiederherstellen lassen. Überdies ist mehr Leidenschaft zu verlangen, als gegen Luzern in der ersten Halbzeit teilweise geboten wurde – auch von Izet Hajrovic, wenn er denn zur Startelf gehören sollte. Am Samstag holte ihn Skibbe bei Halbzeit demonstrativ vom Platz. St. Gallen und der FCZ treffen sich nur drei Tage nach dem 2:1 in der Meisterschaft schon wieder. Dass die St. Galler trotz Europacupbelastung acht Punkte vor dem FCZ liegen und im Gegensatz zu diesem wieder im Bereich der internationalen Ränge liegen, ist für sie eine angenehme Überraschung. Und war­um dem so ist, war am Sonntag klar zu erkennen: Der FCSG war über eine Stunde lang deutlich besser, erst danach kamen die Zürcher etwas auf. Auch deren Trainer Urs Meier sprach noch gestern von «schlechten 60 Minuten, in denen wir offensiv kaum etwas zustande brachten.» Heute müsse seine Mannschaft «so beginnen, wie sie am Sonntag aufhörte». Schliesslich gilt für den FCZ wie für alle andern auch: Der Cup ist die Chance, im Schatten des FCB etwas zu bewegen. Angehen muss der FCZ die letzten Spiele des Jahres ohne Amine Chermiti, der wegen Beschwerden in einem Fussgelenk ausfällt. Der FC Luzern hat von seinen letzten acht Pflichtspielen nur eines verloren, also wäre es eine grosse Enttäuschung, scheiterte er ausgerechnet gegen den abgeschlagenen Meisterschaftsletzten Lausanne, und dies im eigenen Stadion. Tuggen in der March war im November die letzte Destination des FCB in der Provinz, heute ist Le Mont oberhalb von Lausanne die nächste. Dort werden ihn Verhältnisse erwarten, wie sie für einen von der Champions League verwöhnten Gast absolut ungewöhnlich sind. Wesentliche Konzentratonshilfe aber ist, dass vor ein paar Wochen jene Young Boys in Le Mont sang- und klanglos ausschieden, die am Sonntag den Baslern einen gleichwertigen Match lieferten. 2500 Franken pro Mann Die Basler fuhren gestern nach Yverdon, heute wird – wie im Cup üblich – Germano Vailati im Tor stehen. Die Degen-Brüder, die «Cup-Degens» (Zitat Yakin), und Matias Delgado werden auch spielen, dazu der eine oder andere Nachwuchsmann. Den Besten von Le Mont kennt Yakin genau: Sid-Ahmed Bouziane stand im Kader Yakins, als er vor drei Jahren mit Thun in die Super League aufstieg. Mittlerweile ist der 30-jährige Franzose Hobbyfussballer und studiert an der Universität Genf Zahnmedizin! Ganz durchtrainiert wirkt er nicht mehr, aber an technischer Fertigkeit hat er nichts eingebüsst – gegen YB und vorher Wil hats jedenfalls gereicht. 2500 Franken Prämien pro Mann hat Gemüse- und Früchtehändler Serge Duperret, Le Monts Präsident, für einen Coup gegen den FCB ausgelobt. (hjs)

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