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Der Kanton gibt Preisempfehlungen

Die Gemeinden können die Regeln für die Verpachtung ihrer Ländereien selber aufstellen. Solange sie das Bundesgesetz über die landwirtschaftliche Pacht einhalten. Die Kantone sind für den Vollzug des Gesetzes zuständig. Dieses schreibt zum Beispiel eine Pachtvertragsdauer von sechs Jahren vor. Der Pachtzins ist abhängig vom Ertragswert der Parzelle und damit auch von ihrer Qualität. In Rickenbach beispielsweise ist das Pachtland in drei Stufen eingeteilt für die unterschiedliche Zinsen erhoben werden. Fruchtbares Ackerland kostet mehr Zins als reines Wiesland und am günstigsten sind Naturschutzflächen oder Bachböschungen, die der Landwirt pflegen muss. Dennoch kann es interessant sein, auch solche Flächen zu pachten. Denn damit können die Bauern den Anteil an ökologischen Ausgleichsflächen erhöhen, wofür sie vom Bund mehr Direktzahlungen erhalten. Für die Berechnung der Pachtzinsen gibt der Kanton ein Merkblatt mit Empfehlungen heraus. Die Gemeinde setzt die Preise aber selbst fest. Eine Bewilligung vom Kanton braucht es nicht. Das Land an den Meistbietenden zu verpachten, ist jedoch per Gesetz verboten. Aus diesem Grund hat die Gemeinde Truttikon im Weinland vor zwei Jahren aufgehört, ihr Pachtland zu versteigern, wie es bis dahin Tradition war. Denn das Gesetz schreibt eine gewisse Obergrenze für den Pachtzins vor. An der Versteigerung in Truttikon ging die Are für über elf Franken weg. Daraufhin schritt der Kanton ein. Denn er hielt höchstens einen Preis von rund sechs Franken für angemessen. Anders sieht die Si­tua­tion beim Verkauf von Landwirtschaftsland aus. Laut Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht muss der Kanton Verkauf von Parzellen, die über 25 Aren gross sind, bewilligen. Dabei werden drei Kriterien überprüft. Der Käufer muss die Parzelle selber bewirtschaften und dafür geeignet sein. Der Preis darf nicht übersetzt sein und das Grundstück darf nicht zu weit weg vom Betriebszentrum des Käufers liegen. Mit diesen Kriterien will das Gesetz verhindern, dass Private überhöhte Preise für Ackerland bezahlen, bei denen ein normaler Landwirt nicht mithalten kann. (rut)

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