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Der Kluge reist billiger

Bahnfahren wird teurer – und anspruchsvoller. Tickets und Abos schlagen insgesamt um 2,9 Prozent auf. Gleichzeitig müssen die SBB neu auch auf Paradestrecken Sparbillette anbieten. Diese kann man aber nur online und «zuggebunden» kaufen.

Das Ritual wiederholt sich. Der Verband des öffentlichen Verkehrs gibt im Frühjahr bekannt, wie stark er die Preise für Billette und Abonnemente erhöhen will. Im Sommer teilt dann der Preisüberwacher mit, welche Konzessionen er den Bahnchefs noch abgerungen hat. Gestern war es wieder so weit. Grundsätzlich dürfen die Bahnen die Preise wie geplant um durchschnittlich 2,9 Prozent erhöhen. Begründet wird dies mit dem Ausbau und den Verbesserungen im Regionalverkehr. Diese erhöhen laut den Bahnen die Kosten, bewirkten aber erst verzögert höhere Einnahmen. Darum bestehe hier zurzeit eine Lücke. Da dies laut Preisüberwacher Stefan Meierhans für den Fernverkehr nicht gilt, verlangte er von den Bahnen Abstriche. Sie müssen neu täglich mindestens 5000 «Rabattbillette» für 50 Paradestrecken wie Zürich–Bern oder Basel–Lugano anbieten. Die SBB haben zwar bereits solche Spartickets im Angebot, aber kaum für diese wichtigen Verbindungen. Die neuen Rabattbillette sollen 30 bis 50 Prozent weniger kosten als normal. Dafür sind sie «zuggebunden»: Wer sparen will, muss sich beim Kauf verbindlich für eine Verbindung entscheiden und kann nicht einfach den nächsten Zug nehmen, wenn er den gewählten verpasst. Sanktionen eingebaut Zudem sind alle Sparbillette wie bisher nur über das Internet und voraussichtlich ab Dezember über das Handy erhältlich. Am Schalter oder am Automaten hingegen ist immer der volle Preis fällig. Dabei soll es auch bleiben. Dafür wollen die SBB bis 2016 ermöglichen, dass man Sparbillette «zugungebunden» kaufen kann. Die SBB müssen dem Preisüberwacher nach einem Jahr vorrechnen, wie viele Rabattbillette sie effektiv verkauft haben. Wenn sie die vereinbarte «Gesamtermässigung» von rund 30 Millionen Franken verfehlen, müssen sie im Folgejahr so viele 9-Uhr-Tageskarten zum halben Preis anbieten, dass das Sparziel doch noch erreicht wird. Halbtax nur noch für ein Jahr Weiter haben sich die Bahnen verpflichtet, 2015 versuchsweise während dreier Monate ein Abend-GA anzubieten. Dieses soll täglich ab 19 Uhr auf dem ganzen Netz gültig sein; wie viel es kosten wird, ist noch ungewiss. Das Ziel der Sparbillette und des Abend-GA ist dasselbe: Bahnen und Preisüberwacher wollen die Auslastung der Bahnen ausserhalb der Stosszeiten erhöhen, damit der Druck auf weitere teure Ausbauten verringert wird. Grössere Änderungen gibt es beim Halbtax. Dieses wird in die neue Bahnkarte namens Swiss-Pass integriert, die Mitte 2015 eingeführt wird. Ab dann ist das Halbtax nur noch für je ein Jahr erhältlich. Für bisherige Halbtax-Kunden kostet es 165 Franken, 10 weniger als heute. Wer das Halbtax neu kauft, zahlt aber ab 2016 185 Franken.

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