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Der lockere Gang ins Final Four

Zum dritten Mal steht Pfadi im Final-Four-Turnier des Schweizer Cups. Der NLA-Leader bezwang die Lakers Stäfa 34:24 – nach einer 17:5-Pausenführung.

2010 machten sich die Winterthurer im Final in Sursee zum Cupsieger. Ein Jahr dar­auf wurde das Final Four begründet, das Turnier, an dem die Halbfinals und das Endspiel an einem Wochenende austragen werden. Am 9. und 10. Mai in Olten ist Pfadi wieder zugegen, zum dritten Mal nach 2011 und 2014. Zum Cupsieg hats bisher nicht gereicht. Pfadis Dominanz Der letzte Schritt nach Olten geriet gestern zum lockeren Gang. Auch im 14. Vergleich mit den Lakers Stäfa setzten sich die Winterthurer durch. Sie schafften dies dank einer ausgesprochen starken ersten Halbzeit. «Wir haben sie nach Belieben zerlegt», durfte Trainer Adrian Brüngger feststellen. Die erste Hälfte seiner Mannschaft sei «sehr gut» gewesen. «Man hat gesehen, dass wir in Form sind und dass wir in den letzten Wochen gut trainiert haben.» Bis zur Pause überzeugten die Winterthurer in allen Teilen. Sie brauchten nur 23 Anläufe für die 17 Tore. Die Abwehr hielt dicht, obschon die zentralen Verteidiger Dino Bajram, Luka Maros und Michal Svajlen verletzt fehlten. Und Torhüter Aurel Bringolf wehrte acht Bälle ab. Die Stäfner machten Pfadi die Sache indes auch leicht. Sie waren blass, wie man es als Mannschaft nicht sein darf, die in den nächsten Wochen gegen den Abstieg aus der Nationalliga A kämpfen muss. «Die erste Halbzeit war ein Ebenbild der Vorbereitung», meinte ihr Trainer Markus Jud. Brüngger sagte: «Ich war überrascht, wie dominant wir sein konnten.» Keine Abwehr mehr Pfadis überzeugender Auftritt fand mit der Pause sein Ende. Offensiv liefs, abgesehen von einer sehr schwachen Phase, als Stäfa vom 21:9 auf 21:13 verkürzte, noch einigermassen ordentlich. Die Verteidigung aber war kaum mehr vorhanden. Hinter ihr – als logische Folge – gelang Bringolf nur noch eine Parade. Arunas Vaskevicius ersetzte ihn in der 40. Minute und konnte erst in der 60. die einzigen zwei Bälle stoppen. «Es ist immer das Gleiche», ärgerte sich Brüngger. «Wenn man nicht mit der gleichen Ernsthaftigkeit verteidigt, erhält man in zehn Minuten doppelt so viele Tore wie vorher in einer ganzen Halbzeit zusammen.» Gestern sah das konkret so aus: In der 37. Minute durfte Stäfa seine Ausbeute von Halbzeit 1 verdoppeln (10:21) und in der 41. Minute verdreifachen (15:23). In Nöte geriet Pfadi natürlich nicht mehr. Denn zu gross war die Reserve und zu beruhigend gut auch das offensive Potenzial. Julian Krieg und Milan Corovic setzten alle ihre Würfe ins Netz. Positiv auch der erste Ernsteinsatz von Roman Sidorowicz, Pfadis neuem Aufbauer. Linksaussen Mavin Lier erzielte drei Tore und holte drei Penaltys heraus. Und Marcel Hess schnitzerte nur zweimal in Kontern. Das Spiel war derart einseitig, dass Michal Svajlen (am Knie verletzt) auf der Bank geschont werden konnte. Stefan Freivogel, in der Abwehr der zweiten Halbzeit, gab sein Comeback nach der Schulterverletzung, die er im November in Thun eingefangen hatte. In Ruhe Skiferien Die Lakers Stäfa verfehlten ihren dritten Start am Final Four eigentlich erschreckend deutlich. In der ersten Halbzeit passte nichts. Nahezu typisch für die Teamleistung war die Quote von Filip Maros, der im Sommer zu Pfadi wechselt: Zwei Tore standen achten Ballverlusten gegenüber. Immerhin konnte die zweite Halbzeit «gewonnen» werden. «Was mich aber ärgerte war: Nicht wir haben die Reaktion gezeigt, sondern Pfadi hat es zugelassen, dass wir aufkommen konnten», sagte Markus Jud. Für ihn wars gestern der letzte Match mit den Lakers, die er seit Sommer 2007 erfolgreich trainiert hat. Rund 1500 Trainings und 241 Meisterschaftsspiele liegen hinter ihm. Der Abschied ging ihm nahe: «Es war ein Highlight, vor allem auch weil meine beiden Söhne spielten.» In der Pause forderte er von seinen Lakers eine Steigerung. «Nicht für mich. Sondern um das Publikum für die Abstiegsrunde zurück zu gewinnen», erklärte er. Die Lakers konnten aus dieser zweiten Halbzeit vielleicht etwas Moral für den Abstiegskampf mitnehmen, der am Samstag beginnt. Für Markus Jud, der ab Sommer den Konkurrenten HSC Suhr Aarau trainiert, stehen ruhigere Zeiten bevor: In der nächsten Woche Skiferien in Laax: «Zum ersten Mal seit acht Jahren muss ich nicht jeden Abend zum Training aus den Skiferien herfahren... Das werde ich geniessen.» Zum dritten Mal steht Pfadi im Final-Four-Turnier des Schweizer Cups. Der NLA-Leader bezwang die Lakers Stäfa 34:24 – nach einer 17:5-Pausenführung. Pfadi, der Leader der NLA, steigt am Samstag in Kriens in die Finalrunde. Eine Woche dar­auf steht in Norwegen, in Haslum, der Auftakt in die Gruppenphase des EHF-Cups bevor. Mit dem Sieg gestern bleiben die Winterthurer in allen drei Wettbewerben im Rennen. Es bahnt sich das interessanteste Frühjahr der jüngeren Klubgeschichte an. Urs Stanger

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