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Der neue Jugendarbeiter ist weder «Meister Propper» noch Bastelonkel

Der Jugendtreff von Pfungen hat einen neuen Leiter: Der zweifache Vater Marco Rietmann aus Pfungen nimmt die Aufgabe seit dem 1. Dezember mit einem 30-Prozent-Pensum wahr.

Mit dem Jugendtreff in Pfungen ging es in den vergangenen Jahren auf und ab. Wie überall stand und fiel seine Akzeptanz mit dem «Ansehen», das die Leitung jeweils bei der jungen Klientel genoss. War einer etwa zu moralisch und machte zu viele Vorschriften, geisterte bald der Übername «Meister Propper» durchs Dorf, und der Treff verwaiste am Mittwochnachmittag und Freitagabend zusehends. Bis er schliesslich geschlossen wurde. Auf der anderen Seite: War die Jugend einmal gewonnen, füllte sich der Blockhaus-Pavillon sofort wieder mit Leben. Für Debi Keller und Marcel Buser, die den Jugendtreff bis gestern leiteten, traf Letzteres zu. In den vergangenen Monaten, in denen Pfungen die Leitung des Jugendtreffs probehalber in die Hände des Zentrums Breitenstein in Andelfingen gelegt hat, scheinen die beiden gepunktet zu haben. Von Sozialvorsteherin Monique Baur erhielten sie gestern auf jeden Fall nur gute Noten: «Sie haben mit ihrer kollegialen und sympathischen Art die Herzen der Jugend erobert», sagte sie zum Abschied. Wieder eigene Jugendarbeit Ab nun geht Pfungen – aus Kostengründen – in der Jugendsozialarbeit wieder eigene Wege. Dazu auserkoren wurde Marco Rietmann, 46 Jahre alt und selbst Vater von zwei Jugendlichen im Alter von 15 und 17 Jahren. Seit dem 1. Dezember ist er als Jugendsozialarbeiter zu 30 Prozent angestellt, mit der Option, sein Pensum je nach Bedarf auf 40 Prozent erhöhen zu können. Der Bündner, der mit einer Bündnerin verheiratet ist und schon das vierte Jahr in Pfungen lebt, kam schon vor längerer Zeit durch seinen Beruf ins Unterland. Er ist als Netzelektriker beim Elektrizitätswerk der Stadt Zürich tätig. «Bevor wir nach Pfungen kamen, wohnten wir in Dielsdorf und dann in Kloten», sagt er. In der Eishockeystadt sammelte Rietmann seine erste Erfahrung in der Jugendarbeit. Er betreute dort die Piccolo-Mannschaft, also die kleinsten Junioren, und zuletzt auch die Novizen Elite. «Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen gefiel mir total gut», sagt Rietmann. So gut, dass er sich inzwischen zum Mental-Coach mit dem Spezialgebiet Jugend weitergebildet hat. «Viele Probleme sind von den Eltern hausgemacht», ist der neue Jugendtreffleiter überzeugt. Wenn man sich den Kindern und Jugendlichen nicht ganz zuwende, sondern ihnen nur nebenbei Aufmerksamkeit schenke, würden sich diese halt auf andere Weise bemerkbar machen. Seine Devise in der Jugendarbeit lautet «Fühlen und gefühlt werden». Rietmann will, dass sich die Jungen ohne Forderungen und Pflichten im Jugendtreff aufhalten können. «Sie sollen zum Hängen, Sprechen und Geniessen kommen dürfen.» Nur punkto Rauchen, Alkohol und Drogen bestünden Grenzen. Ansonsten sollen die Besucherinnen und Besucher im Rahmen des Möglichen und Verantwortbaren kreativ sein können. «Ein Bastelprogramm stelle ich aber nicht zusammen», sagt Rietmann lachend. Dagmar Appelt

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