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Der Prinz und die zahme Rebellin

Moderatorin Mona Vetsch, Stadtpräsident Michael Künzle und Autor Dominic DeVille: Zum 15-jährigen Bestehen waren am Donnerstag drei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten zu Gast im StadTalk.

Er ist der Stadtpräsident von Winterthur, sie eine Winterthurer Bürgerin, wenn auch nur eine angeheiratete. Ansonsten halten sich die Gemeinsamkeiten von Michael Künzle und Mona Vetsch wohl in Grenzen. Zumindest die äusserlichen. Beide waren am Donnerstag dabei, als der StadTalk in der Coalmine-Bar seinen 15. Geburtstag feierte. Als Künzle während des Gesprächs dazustiess, waren die Sessel bereits besetzt und war nur noch ein Holzstuhl übrig. Kurzerhand bot ihm die zierliche Mona Vetsch den bequemen Sessel an, mit den Worten: «Politiker haben schliesslich hartes Brot zu essen.» Die SRF-«Club»-Moderatorin konnte sich aber eine weitere Bemerkung nicht verkneifen. «Die Gemeinen interpretieren dies jetzt sicher so, dass wir Sie nicht auf dieses fragil wirkende Stühlchen setzen lassen wollten.» Künzle nahms gelassen und lachte mit dem Publikum. Geführt wurde der Jubiläumstalk von «Landbote»-Redaktorin Karin Lan- dolt, Gründerin und Präsidentin des Vereins StadTalk, die den beiden Gästen die Sessel schliesslich überliess. Eigentlich wäre neben der Radio- und Fernsehfrau Mona Vetsch auch der ehemalige «Arena»-Moderator Patrick Rohr eingeladen gewesen. Ein Autounfall verhinderte aber seine Teilnahme.

Ein interaktives Märchen

Als Vetsch zum Gespräch auf die Bühne gebeten wurde, war die Stimmung im Saal bereits hervorragend. Vor dem eigentlichen Talk trat nämlich Dominic DeVille, Schauspieler, Autor, Punkmusiker und diplomierter Kindergärtner, auf. DeVille hat ein interaktives Gruselmärchen geschrieben, welches er in der Coalmine den Gästen präsentierte. Die Zuschauer konnten immer wieder durch Handheben entscheiden, ob der Prinz den guten oder den bösen Weg gehen soll. Obwohl der Königssohn am Schluss einen tragischen Tod erlitt, sorgte DeVilles Auftritt für viel Applaus und Gelächter. «Man kann ja nur verlieren, nach so einem Auftritt», meinte Vetsch. Die Stimmung blieb aber gut, auch die 38-jährige Thurgauerin verstand es, die zahlreich erschienenen Gäste mit lustigen Anekdoten bei Laune zu halten. Auf ihre rebellische Vergangenheit inklusive blauer, grüner und roter Haarfärbungen angesprochen, sagte sie beispielsweise: «Diese Farben färben auf das Kopfkissen ab. Als ich dann selbst waschen musste, musste ich damit aufhören.» Sowieso sei sie gar nie rebellisch gewesen. «Es ist Nonsens, schon als Punk zu gelten, nur weil man farbige Haare hat.» Auf die Frage, ob sie vielleicht einmal etwas ganz anderes als Fernsehen machen wolle, zum Beispiel sich selbstständig machen, antwortete sie mit einem entschiedenen Nein. «Das wäre der direkte Weg in meinen Untergang. Ich kann mich ganz schlecht selbst motivieren.» Ausserdem habe sie ihren Traumjob bereits gefunden – übrigens eine weitere Gemeinsamkeit mit Stadtpräsident Künzle. Mit einer Festrede, in der er das Moderatorenteam und das lange Bestehen des Vereins ausdrücklich lobte, beendete Künzle den offiziellen Teil des gelungenen Abends.

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