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Der Reiz des Derbys

Vor drei Wochen erschien an dieser Stelle bereits eine Partie aus dem SMM-Wettkampf zwischen der SG Winterthur und Pfäffikon. Ob es am Derby-Charakter lag, ist dem Schreibenden nicht bekannt – jedenfalls brachte die Begegnung der lokalen Konkurrenten um den Gruppensieg nicht nur eine spannende Partie hervor, wie die folgende Episode ­beweist.

Bär, Samuel (SG Winterthur) –

Utzinger, Kurt (Pfäffikon)

SMM 2014

Damengambit

1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sf3 Sf6 4. Lg5 Le7 5. e3 0–0 6. Sc3 h6 7. Lh4 Se4

Die Lasker-Verteidigung, benannt nach dem zweiten offiziellen Schachweltmeister, hat bis heute nichts von ihrer Popularität eingebüsst. Schwarz strebt sofortige Entlastung durch Figurentausch an, während 7. … b6 in die Tartakower-Variante einlenkt.

8. Lg3!?

Weit häufiger kommt 8. Lxe7 Dxe7 9. Dc2 Sxc3 10. Dxc3 zur Anwendung. Der Textzug weist jedoch eine vielversprechende Bilanz auf und ist sicher einen Versuch wert.

8. … Sxc3

Logischer erscheint 8. … Sxg3, aber auch der Springertausch ist in Verbindung mit dem nachfolgenden zentralen Gegenstoss spielbar.

9. bxc3 c5! 10. Le2 b6 11. Se5 Lb7 12. 0–0

Vielleicht verspricht sogleich 12. cxd5 eher Chancen auf Vorteil, unabhängig davon wie der Nachziehende zurückschlägt. Nun könnte er mit 12. … Sd7 oder 12. … Sc6 seine Entwicklung zufriedenstellend ­abschliessen und das Spiel ausgleichen.

12. … Dc8?! 13. cxd5!

Weil jetzt 13. … exd5 wegen 14. Lg4 ungünstig ist, sieht sich Schwarz zur Aufgabe des Zentrums ­gezwungen.

13. … Lxd5 14. c4 Lb7 15. d5! Td8?

Den zweiten Fehler verträgt die schwarze Stellung bereits nicht mehr. 15. … Sd7 16. d6 Lf6 17. f4! ist zwar auch nicht unbeschwerlich, doch Weiss muss erst noch eine Bresche in die gegnerische Festung schlagen.

16. Lh5! Tf8

16. … g6 scheitert elegant an 17. Sxg6! fxg6 18. Dd3! gxh5 19. Dg6+ Kf8 20. dxe6.

17. e4 exd5

Auf das etwas bessere 17. … Sd7 hat Weiss die angenehme Auswahl zwischen 18. d6 Lf6 19. Sxd7 Dxd7 20. e5 und dem scharfen 18. Sxf7.

18. cxd5 Dd8 19. a4

Das wirkt auf den ersten Blick ein bisschen zaghaft, doch Schwarz vermag die Atempause kaum zu nutzen.

19. … Lf6

Stellung nach dem 19. Zug von Schwarz

20. Sxf7! Txf7 21. Lxf7+ Kxf7 22. e5

Das gewaltige weisse Bauernzentrum sticht hier die schwarzen Leichtfiguren nicht nur optisch aus.

22. … Le7?!

Zäher, wenn auch ungenügend ist 22. … Lxe5 23. Lxe5 Dxd5 24. Dxd5+ Lxd5 25. Tfd1. Das Endspiel bietet angesichts der Minusqualität langfristig wenig Hoffnung.

23. d6 Lf8 24. Db3+!

Mit präzisen Damenzügen treibt der Anziehende den König seines Widerparts vor sich her, bevor die Bauernlawine die Schlacht endgültig entscheidet.

24. … Kg6 25. Dd3+ Kf7 26. Dc4+ Kg6 27. Tae1 Kh7 28. e6

Nun kostet 28. … Lxd6 29. Td1 den Läufer, während ansonsten 29. e7 folgt.

1–0

Zuschriften an: Stefan Zollinger Bachtelstrasse 4, CH-8302 Kloten Telefon 044 813 60 53 E-Mail: zol@swissonline.ch

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