Zum Hauptinhalt springen

Der «richtige» Weihnachtsfilm

zürich. Am Donnerstag feierte «Der Medicus» seine Schweizer Premiere im Zürcher Kino Abaton im Beisein von Stars wie Olivier Martinez und Stellan Skarsgård. Ins Kino kommt der Film am Weihnachtstag.

Neben bekannten Schauspielern wie Stellan Skarsgård und Olivier Martinez hat die Premiere der Bestsellerverfilmung «The Physician» («Der Medicus») einen neuen Star nach Zürich geführt: Tom Payne, der Mann mit den wohl schönsten Augen im Filmgeschäft, spielt im Mittelalter-Epos seine erste Hauptrolle. Damit ging für den 30-jährigen Briten ein Traum in Erfüllung, wie er in Zürich sagte: «Es ist grossartig, die Hauptrolle zu spielen – nicht weil man im Zen­trum steht, sondern weil man nur so wirklich Teil des Teams wird und von Anfang bis Ende mit von der Partie ist.»

Persische Weisheit

Payne spielt in der europäischen Grossproduktion von Philipp Stölzl, die auf dem Bestseller von Noah Gordon beruht, einen jungen Mann, der im 11. Jahrhundert von England nach Isfahan reist, um in der Heilkunst unterrichtet zu werden. Sein Lehrer ist Ibn Sina (Ben Kingsley), ein Universalgelehrter, der zu den wichtigsten Figuren der persischen Geschichte zählt. Skarsgård verkörpert einen britischen Heiler, während Martinez den ziemlich durchgeknallten Herrscher von Isfahan mimt.

Im Gegensatz zu Kingsley weilte auch der deutsche Regisseur Stölzl für die Premiere in Zürich. Dass «The Physician» als deutsche Produktion zustande kam, erklärte er im Gespräch mit dem Wunsch des «Medicus»-Autors Noah Gordon. Dieser habe einen europäischen Film mit der hiesigen «Mischung aus Unterhaltung und Anspruch» haben wollen. Er habe eng mit Gordon zusammengearbeitet. Die Reibereien, wie sie sich oft einstellen, wenn ein Autor sein erfolgreichstes Werk in andere Hände gibt, seien nicht ausgeblieben. Doch Gordon habe es schliesslich «geschafft, den Film zu umarmen», sagte der Regisseur.

Gedreht wurde «Der Medicus» in Deutschland und Marokko. Eine Zusammenarbeit mit der Filmszene des Irans sei verworfen worden. Die Geschichte über den Konflikt zwischen religiösen Fanatikern und wissbegierigen Humanisten habe eine iranische Beteiligung praktisch ausgeschlossen.

Die marokkanische Stadt Ouarzazate am Rande der Sahara, wo der Film zum Teil entstand, ist seit Jahrzehnten eine beliebte Destination für Filmcrews aus dem Westen. Wie Stölzl erzählte, ist unter anderem ein Kreuzigungshügel fix eingerichtet. Auf diesem seien schon rund dreissig Jesus-Darsteller den Filmtod gestorben. Für die in Köln gedrehten Szenen konnte Stölzl auf die Mithilfe der dortigen iranischen Gemeinde zählen, die die Komparsen stellte. «Man konnte spüren», meinte Stölzl, «dass es für sie mehr war als nur ein Job.»

Für Stölzl, Sohn eines Historikers und Kulturpolitikers, ist es nicht das erste Werk, das in der Vergangenheit spielt. 2008 kam «Nordwand», die Geschichte der Erstbesteigung der Eigernordwand 1936, in die Kinos. Er liebe dieses Eintauchen in die Geschichte und würde gerne weitere historische Stoffe verfilmen, sagte er.

Teure Produktion

Epen dieser Art sind allerdings teuer. Mit Produktionskosten von 40 Millionen Dollar ist «The Physician» für europäische Verhältnisse enorm aufwendig. Dieses Geld muss der Film jetzt erst mal wieder einspielen. Der Streifen kommt vorerst im deutschsprachigen Raum, in Spanien und in Russland in die Kinos. Erst wenn er in diesen Märkten erfolgreich läuft, wird ein US-Start anvisiert. Stölzl zeigte sich eher skeptisch über die Chancen in den USA, wo der Konflikt zwischen religiösen Fanatikern und aufgeklärten Gläubigen noch mehr politischen Zündstoff berge als in Europa. Auf dem Alten Kontinent empfiehlt der Regisseur seinen bildgewaltigen Streifen als «richtigen Weihnachtsfilm». (sda)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch