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Der ruhende Pol ganz hinten Im internationalen Einsatz

Heute Freitag gibt Torwart Luca Henzi vom SC Winterthur sein Pflichtspieldebüt im Nationalteam. Der 19-Jährige erklärt, war­um er nicht NLA spielt.EM-Qualifikation

«Mit 14 bin ich ins Goal gekommen, weil es keinen anderen hatte», erinnert sich Luca Henzi. Längst weiss der Wasserballer, was es braucht, um im Tor stark zu sein. «Du brauchst einen guten Überblick, musst die Ruhe bewahren und gute Beine haben.» Natürlich könne er einen Match nicht allein entscheiden, erzählt der Keeper der NLB-Equipe aus Winterthur. «Aber wenn du viele Bälle hältst, kannst du dem Team ein Rückhalt sein.»

Inzwischen ist Henzi 19. Und der Goalie der Schweiz in der EM-Qualifikation. «Sein Po­ten­zial ist mir schon vor Jahren während der Interregionenturniere aufgefallen», erklärt Nationalcoach Uwe Sterzik. «Ich glaube, Luca besitzt die nötige Ruhe und die mentale Stärke für einen Torwart. Er steht jedoch erst am Anfang seiner Möglichkeiten, braucht intensives Training und Wettkampferfahrung.» Das ist kein Problem. «Müde sein macht Spass», sagt Henzi, «das Training muss streng sein, sonst ist es kein richtiges Training».

Eine Absage an Horgen

Sein Leben sei «auf Wasserball ausgerichtet», erklärt der Polymechanikerlehrling, «seit ich mit zwölf vom Schwimmen zum Wasserball gewechselt bin». Vier Einheiten im Wasser, viermal Crossfit – das steht im Wochenplan. Gerne würde er noch mehr trainieren, versichert Henzi. Es lohne sich: «Ich kann jetzt weiter springen im Wasser.» Im Oktober wurde der Winterthurer mit einem ersten Aufgebot bedacht. Eine Überraschung war das nicht, denn Henzi gehörte schon zum U17- und zum U19-Nationalteam.

Mit seiner Leistung in den Freundschaftsspielen auf Malta sei er «ziemlich zufrieden», so Henzi. Ganz zufrieden sein, das ist schwierig. «Mich ärgert jedes Tor, das ich bekomme. Aber manche Schüsse kann man einfach nicht halten.» In internationalen Spielen noch weniger. «Das Niveau ist natürlich höher als in der NLB», so Henzi. In Malta habe er manchmal «gezweifelt, was ich da mache», gesteht er. «Es spielte sich alles viel näher am Tor ab, die Schnelligkeit des Spiels war krass. Aber das sind die besten Spiele, um etwas zu lernen. Und an einem Länderspiel teilzunehmen, ist ein tolles Gefühl.»

Auf einem höheren Niveau könnte Henzi schon heute regelmässig spielen, wenn er es wollte. Denn gute Schweizer Torhüter sind rar. Mitten in der letzten Saison fragte Horgen den Teenager an, ob er an den Zürichsee wechseln wolle. Beim Rekordmeister hatte sich der Stammkeeper verletzt. Henzi besuchte ein Training – und sagte ab. «Es war ein gutes Gefühl, gefragt zu werden. Aber jedes Mal eine Stunde Weg, das wäre schwierig geworden.»

Militär, Reisen, Studium

Henzi steckt im letzten Lehrjahr bei Rieter, von März bis Juni stehen die Abschlussprüfungen an. Dar­um habe er keine Planung gemacht. «Solange ich Lehrling bin, ist eh fix, dass ich in Winterthur bin. Danach kann ich immer noch wechseln.»

Laut Winterthurs Coach Radoslav Moldovanov hatte Henzi zwei weitere Angebote von Klubs aus der NLA. Für den Sommer hat Henzi indes den Militärdienst vorgesehen, danach möchte er reisen und dabei seine Englischkenntnisse vertiefen.Und später an der ZHAW studieren, «Maschinenbau oder so». Dann wäre vielleicht Zeit für mehr Wasserball. Dabei ist in Luca Henzis Leben schon jetzt fast kein Platz mehr für anderes. Stefan Kleiser

Vom 6. bis 8. Februar spielt das Nationalteam mit Luca Henzi in Tiflis das erste von zwei EM-Qualifikationsturnieren. Die Schweizer messen sich neben Gastgeber Georgien mit der Slowakei und Portugal.

Am Wochenende bestreitet aber auch die Frauenauswahl die EM-Qualifikation , und zwar im französischen Longwy gegen Frankreich, die Türkei und Portugal. Im Aufgebot stehen mit Athena Grandis, Melanie Nägeli, Katja Rauber und Yvette van Westendorp vier Wasserballerinnen vom SC Winterthur, des Weiteren mit Torfrau Noelle Nelson und Fabienne Villars zwei weitere, die 2014 ebenfalls für Winterthur spielten. skl

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