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Der Schatz des San Gennaro in Rom

Rom. Der Glaube kann Berge anhäufen. Berge von Schätzen in diesem Fall: Aus Verehrung für den Heiligen San Gennaro haben Arme und Reiche, Arbeiter und Könige über Jahrhunderte eine Sammlung aus Tausenden wertvollster Geschenke zusammengetragen. Erstmals in seiner Geschichte ist der Schatz nun ausserhalb seiner Heimatstadt Neapel zu sehen. Bis 14. Fe- bruar werden Brillanten, Rubine, Saphire, Smaragde, Gold und Silber, Putten und lebensgrosse Heilige aus purem Gold und Silber in Rom gezeigt.

Zu den Ausstellungsstücken zählen zwei 3,40 Meter hohe Kerzenleuchter aus massivem Silber – einer wiegt zweieinhalb Tonnen. 70 Exponate sind zu sehen, die Sammlung umfasst mehr als 20 000 Teile.

Nicht nur Menge und Wert der Exponate sind ungewöhnlich, sondern auch die Umstände, unter denen sie zusammengetragen wurden. San Gennaro wurde im vierten Jahrhundert geköpft, seitdem gilt der Märtyrer als Schutzheiliger Neapels. Als Anfang des 16. Jahrhunderts die Pest wütete und feindliche Heere vor der Stadt standen, rief man ihn flehentlich an und versprach ihm eine Kapelle. Tatsächlich verschwanden Pest und Feinde – es war die Zeit, als in Italien beten noch geholfen hat.

Arme Neapolitaner gaben ihren ererbten Schmuck. Allein als Spender angenommen zu werden, zählte als Ehre. Die Gaben von Königen, Kaisern und Päpsten sind in eine Kette integriert. Zuletzt zog dafür Italiens letzte Königin Marie José einen Ring vom Finger. «In der Kette steckt die Geschichte Europas.» (dpa)

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