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Der Sexfalle entkommen

Die Stadtpolizei Zürich hat als angeblich 14-jährige Sabrina einen Studenten in eine Falle gelockt. Dieser ist nun aber vom Hauptvorwurf freigesprochen worden.

Zum Schluss blieb von der Anklage nicht mehr viel hängen. Der heute 24-jährige Philosophiestudent aus dem Kanton Basel wurde wegen verbotener Pornografie zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 30 Franken verurteilt. Die Polizei hatte nach seiner Festnahme in seinen Computerdateien verbotene Pornodateien mit Tieren, Gewalt und Kindern gefunden. Vom eigentlichen Hauptvorwurf, den versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern, wurde der teilgeständige Basler dagegen umfassend freigesprochen.

Richterliche Erlaubnis fehlte

Unbestritten war, dass der Beschuldigte am 17. September 2013 in einem Internet-Chatroom die von der Polizei «erfundene» 14-jährige Sabrina kennen lernte, mit ihr bald über Sex kommunizierte und schliesslich für den 25. September ein Treffen am Zürcher Hauptbahnhof vereinbarte. «In der Absicht, mit Sabrina sexuelle Handlungen bis zum Geschlechtsverkehr vorzunehmen», schrieb die zuständige Staatsanwältin, die vor Gericht eine bedingte Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu 30 Franken forderte. Tatsächlich suchte der Beschuldigte den HB auf und führte bei seiner Verhaftung am Treffpunkt mit der angeblichen Sabrina mehrere Kondome mit sich.

Vor Gericht zeigte sich der Student nur teilgeständig und stellte jeglichen Vorsatz zu sexuellen Handlungen mit Sabrina in Abrede. Er habe sie nur kennen lernen und mit ihr etwas trinken wollen, sagte er. Auch die Verteidigung verlangte Freispruch vom Hauptvorwurf und verwies darauf, dass die verdeckten Ermittler die notwendige Zustimmung des Zwangsmassnahmengerichts nicht eingeholt hätten. Womit die Beweise nicht verwertbar seien.

Pornografie verschickt

In Bezug auf Sabrina sah das Gericht nur einen Punkt der Anklage als erwiesen. Es handelte sich um ein Bild des Penis des Beschuldigten. Dieses hatte er dem «Mädchen» zugestellt, was die Richter als Pornografie einstuften. Bei den versuchten sexuellen Handlungen kam das Gericht aber zu Freisprüchen. Mit dem zentralen Argument, dass die Polizei nach einem ersten Geplänkel verdeckte Ermittlungen getätigt habe. Was die Zustimmung des Zwangsmassnahmengerichts erfordert hätte. Somit sei der Schritt des Beschuldigten ins Verbrechen noch nicht erstellt, erklärte der Gerichtsvorsitzende. Dank des Teilfreispruchs muss der Basler nur die Hälfte der Gerichtsgebühr von 4000 Franken tragen. Attila Szenogrady

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