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Der Sieger überraschte alle

s-chanf. Am 46. Engadin Skimarathon blieb ein Schweizer Sieg aus: Bettina Gruber wurde Zweite, Toni Livers Dritter.

Als Schweizer am populärsten Volkslanglauf siegen – diesen Wunsch erfüllten sich in den letzten Jahren diverse Athleten. Doch diesmal kam es anders. Die Olympiateilnehmerinnen Bettina Gruber und Seraina Boner konnten nicht verhindern, dass die Finnin Riita Liisa Roponen ihren Vorjahrestriumph wiederholte. Und bei den Männern mussten sich Curdin Perl, Toni Livers, Remo Fischer oder Roman Schaad vom Norweger Anders Glöersen, dem Olympiavierten im Sprint, düpieren lassen.

Glöersen überraschte alle. Offensichtlich machte sich bezahlt, dass er am Vortag die Strecke ab St. Moritz mit den Ski besichtigt hatte. «Da erkannte ich das Spezielle des Schlussabschnittes», sagte der 28-Jährige. Rund fünf Kilometer vor dem Ziel übernahm er die In­itia­ti­ve mit der Absicht, «meine Widersacher müde zu machen». Die Lücke konnten die Verfolger bis ins Ziel nicht mehr schliessen. Dieser Sieg war für ihn eine Entschädigung für die knapp verpasste Olympiamedaille. Von den Verfolgern war der 31-jährige Davoser Toni Livers der Schnellste. 3,7 Sekunden fehlten ihm zum Sieg. Livers war mit seiner bisher zweitbesten Klassierung zufrieden.

Als «völlig unerwarteten Erfolg» wertete Bettina Gruber ihren 2. Platz. Die Olympiateilnehmerin im Sprint hatte sich in der Vorwoche schlecht und müde gefühlt. Schon der Sieg beim Nachtsprint in St. Moritz am Freitagabend überraschte sie, der Erfolg über die Marathondistanz aber noch mehr. «Es ging alles hervorragend auf», strahlte sie. Roponen gewann mit dem Engadin Skimarathon auch die Gesamtwertung des Fis Marathon Cups: «Aber der Erfolg am Engadiner ist wichtiger als dieser Gesamtsieg.»

Neuer Boxenstart

Die grossen Schneemengen des Winters hatten die Eisbildung auf den Seen und die Präparierung der Loipen erschwert. Als Folge musste der Start in Maloja vom See aufs feste Land verlegt werden. Der dafür kurzfristig eingeführte «Boxenstart» verlief reibungslos und auch die Loipen über die Seen hielten dem Ansturm stand. Die 13 391 gemeldeten und 12 277 gestarteten Läuferinnen und Läufer bedeuteten das zweitgrösste Feld der Engadiner-Geschichte. Der Startmodus wird auch 2015 zu reden geben: Um Rückstaus auf der Strecke zu bekämpfen, wird neu in 14 statt wie bisher in sieben Blöcken gestartet.

Ein Todesfall

Der Engadiner wurde vom Todesfall eines 61-jährigen Teilnehmers überschattet. Der Schweizer hatte sich nach erfolgreichem Zieldurchlauf in S-Chanf bereits umgezogen, als er im Zielgelände zusammenbrach. Das Ärzteteam des Skimarathons und die Rettung Oberengadin kümmerten sich sofort um ihn. Danach wurde er in einem He­li­ko­pter ins Kantonsspital Chur geflogen, wo er starb. (si)

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