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Der Spitex wirds zu eng

Die Spitex Bauma/Sternenberg braucht mehr Platz. Die heutige Infrastruktur wird den Ansprüchen nicht mehr gerecht: Für vertrauliche Gespräche muss das Personal an ausgefallene Orte ausweichen.

Die Spitex Bauma/Sternenberg wächst. Einerseits was die Anzahl Mitarbeitende angeht, andererseits nehmen immer mehr ältere Leute die Spitex-Behandlungen in Anspruch. Das habe mit der Veränderung der Altersstruktur in der Bevölkerung zu tun, sagt Vizepräsidentin Ingrid Gloor. Tatsächlich machten die über 64-Jährigen in Bauma 1998 noch 11 Prozent aus, 2013 waren es schon 15,3 Prozent. Und in Sternenberg stieg die gleiche ­Altersklasse im gleichen Zeitraum von 13,7 auf 17,3 Prozent an, wie Zahlen des Statistischen Amts des Kantons zeigen. Dass die Spitäler ihre Patienten wegen der Fallkostenpauschale früher entlassen, habe ebenfalls Einfluss auf die Arbeit der Spitex: «Die Patienten brauchen dann aber noch vorüber­gehende oder längerfristige Behandlung zu Hause.» So ist sich Gloor sicher, dass die Spitex in Zukunft weiter wachsen wird. Personalgespräche im Auto Dieses Wachstum stellt die Spi­tex vor ein Problem: «Die Platzverhältnisse in unserem Zen­trum sind schon seit längerem kritisch – wenn in den nächsten Monaten noch mehr Behandlungen dazukommen, wird es sehr eng. Die Spitex-Mitarbeiterinnen treten einander schon jetzt auf den Füssen herum», sagt sie. Die engen Platzverhältnisse machten das Arbeiten nicht nur psychisch, sondern auch körperlich anstrengender. Die 1½-Zimmer-Wohnung in der Alterssiedlung Dorfmitte, in die sich die Spitex eingemietet hat, entspricht nicht mehr den heutigen Bedürfnissen: Das Badezimmer ist für einige Behandlungen zu eng, der Lift für grosse Rollstühle ungeeignet, und es gibt keinen separaten Raum für vertrauliche Gespräche. «Um Personalgespräche in Ruhe führen zu können, mussten wir sogar ins Auto auf dem Parkplatz ausweichen», sagt Gloor. «Höchste Zeit» Deshalb macht sie sich nun auf die «dringende Suche» nach neuen Räumlichkeiten. Selbst noch nicht lange im Vorstand der Spitex, hat sich die Vizepräsi­dentin gleich diesem Thema angenommen. «Es ist höchste Zeit, dass etwas geschieht.» So hat die Spitex Bauma/Sternenberg Mitte Juli im Anzeigenblatt ein Inserat geschaltet: «Wir haben ein Platzproblem und suchen in Bauma neue Räumlichkeiten für unser Spi­tex-Zentrum», heisst es darin. Zwei Angebote seien seither schon eingegangen. «Wir werden sie uns anschauen», sagt Gloor, ohne Details zu nennen. Die Anforderungen der Spitex sind hoch: Die neuen Räumlichkeiten sollten wieder in Baumas Zen­trum oder der näheren Umgebung liegen und Platz für ein Materiallager sowie ein Büro bieten. Zudem sollte die Nasszelle rollstuhlgängig sein. Auch vier bis fünf Parkplätze sind nötig, da die Spitex-Mitarbeitenden jeweils mit ihren Privatautos zu den Patienten nach Hause fahren. Immer mehr Büroarbeit «Wir brauchen die Räumlichkeiten, um den steigenden quantitativen und qualitativen Anforderungen weiterhin genügen zu können», sagt Gloor. «Eigentlich ist es schade, dass unsere Mitarbeitenden dadurch derart belastet werden.» Dabei gehe es nicht nur um die Betreuung der Patienten zu Hause und im Zen­trum – einen Teil der Zeit der Spitex-Mitarbeitenden beanspruchten heutzutage auch vermehrt administrative Aufgaben. «Die Büroarbeit hat im Vergleich zu früher deutlich zugenommen, und genau da wird es eng.» Sie rechnet bei der Suche auch mit etwas Hilfe vonseiten der Gemeinde Bauma, die mit Ursula Stäheli ebenfalls im Spi­tex-Vorstand vertreten ist. Darauf, dass die Gemeinde etwas Geeignetes zur Verfügung stellen kann, könne sie sich aber auch nicht verlassen. «Deshalb intensivierten wir unsere Suche gleich selbst.» Auch Marianne Heimgartner hofft, dass die Spitex etwas Geeignetes findet: «Wir sind sehr interessiert daran, denn der Verein leistet sehr gute und wichtige Arbeit in der Gemeinde.» Die Baumer könnten dank der Spitex im Alter länger zu Hause bleiben, sagt Heimgartner. «Wenn die ­Si­tua­tion prekär wird, lässt sich in Zusammenarbeit mit dem ­Gesundheits- und Bauvorstand sicher etwas finden.»

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