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Der vermeintliche Lieblingsgegner

Winterthur. Zum Auftakt der Playoff-Viertelfinals empfängt der EHC Winterthur heute (17.30 Uhr) Chur – eine sichere Sache, könnte man meinen.

EHCW gegen Chur – da brauchte man in der jüngeren Vergangenheit nicht Prophet zu sein, um vorherzusagen, wie die Sache ausgeht: Seit Chur in der vorletzten Saison wieder in die 1. Liga aufgestiegen ist, gewannen die Winterthurer zehn von elf Direktbegegnungen. Der letzte Sieg der Bündner in der Deutweghalle liegt sogar über zehn Jahre zurück: Im März 2003 gewann Chur in Winterthur 7:1, obwohl der EHCW durch Martin Wichser 1:0 in Führung gegangen war. Es war das denkwürdige Ende einer denkwürdigen Playoff-Finalserie, die damals noch über drei Spiele ausgetragen wurde: Der EHCW gewann den ersten Match zuhause 3:0 und führte im zweiten in Chur ebenfalls 3:0. Doch die von Remo Gross trainierten Bündner, die in der Saison nach dem Zwangsabstieg noch über zahlreiche Spieler mit NLB-Erfahrung verfügten, kamen zurück, glichen zehn Sekunden vor Schluss aus und gewannen nach Penaltyschiessen 4:3. Im dritten Spiel konnte der EHCW nicht mehr dagegen halten – Chur stieg zum bisher letzten Mal in die NLB auf. EHCW klarer Favorit Der Unterschied zu damals: Heute ist es der EHCW, der als Favorit in die Serie steigt. Aber die Ausgangslage ist nicht so klar, wie es die Statistik der Direktbegegnungen vermuten lässt. «Die Spiele gegen Chur waren immer etwas ’komisch’», gibt der Winterthurer Trainer Markus Studer zu bedenken. Wohl hat der EHCW gegen Chur fast immer gewonnen, aber nur selten klar und überzeugend. In der Qualifikation war Chur in seinem Hallenstadion phasenweise sogar die klar bessere Mannschaft gewesen, doch es waren auch dann die Winterthurer, die dank einer ausgesprochen guten Chancenauswertung mit einem 5:2-Erfolg heimreisten. Churs hohe Erwartungen Ursprünglich hatten sie sich in Chur ohnehin nicht vorgestellt, schon in den Viertelfinals auf eines der Schwergewichte der Liga zu treffen, was der EHCW zweifellos ist. Denn man hatte sich das Erreichen der Halbfinals zum Ziel gesetzt. Trotz eines Trainerwechsels von Marco Pargätzi zu Herbert Schädler musste sich Chur aber über die untere Masterround für die Playoffs qualifizieren. Das gelang mit sieben Siegen einigermassen überzeugend und man kann davon ausgehen, dass Chur derzeit zur formstärkeren Hälfte der Teams in der Ostgruppe zählt. «Es wird ein ähnliches Spiel geben wie im Cup gegen Herisau», erwartet EHCW-Trainer Studer. «Nur ist Chur besser organisiert.» Er mahnt auch deshalb zur Vorsicht, weil seine Mannschaft in den letzten Jahren nicht immer gut in die Playoffs gestartet ist. Die ersten Spiele seien immer schwierig. Und tatsächlich: Vor einem Jahr begann die Viertelfinalserie gegen Frauenfeld, das sich wie jetzt Chur über die untere Masterround qualifiziert hatte, mit einer 0:3-Heimniederlage. Zu sagen ist aber auch, dass die Winterthurer die Playoffs in deutlich besserer Verfassung beginnen als vor einem Jahr. Im Januar und auch am letzten Samstag wieder gegen Dübendorf sind sie überzeugend aufgetreten. Die defensiven Mängel aus der Qualifikation wurden ausgemerzt, der Zug aufs Tor ist da. Und wenn nicht, wie im Cupmatch gegen Herisau, dann sind die Spieler in der Lage, die richtigen Schlüsse zu ziehen und zu reagieren. Auch Rieser fällt aus «Im Vergleich zum Herisau-Match müssen wir wieder einen direkteren Weg zum Tor finden», fordert Studer. «Und wir müssen auch wieder Druck ausüben können.» Das würde dann auch bedeuten, dass der Gegner keine einfachen Kontergelegenheiten mehr erhält. Kurz: Die Mannschaft soll einfach wieder so spielen, wie sie es in der Masterround schon gezeigt hat. Leicht angespannt bleibt allerdings die Personalsi­tua­tion: Für Steven Schmid ist die Saison zu Ende, Kevin Eggimann und Martin Wichser sind wohl noch nicht wieder einsatzfähig. Vorderhand fehlt auch Pascal Rieser, der in Herisau einen Stock ins Gesicht bekommen hat. Es ist denkbar, dass er im Viertelfinal überhaupt nicht zum Einsatz kommt, denn ein allfälliges Entscheidungsspiel der Best-of-5-Serie würde schon am nächsten Sonnag ausgetragen.

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