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Der Vögelipark erhält sein Café

Der Verein «Stadtmuur» darf im hübschen Vögelipark neben dem Lindengut ein Café mit Catering einrichten. Der Stadtrat hat ihm dafür das Jawort gegeben – auch weil die Mitgift passt: Der Verein will für die Umbaukosten von einer Million Franken aufkommen.

Sarah Bolleter hat gewartet, gebangt – und hat nun erreicht, wofür sie sich vier Jahre lang eingesetzt hat: Mitten im Vögelipark darf ein Café mit Catering-Betrieb entstehen. Der Stadtrat hat der Idee Mitte dieser Woche zugestimmt. «Es war ein herzhaftes Ja», sagt CVP-Stadtpräsident Michael Künzle. Der Segen der Regierung ist für das Vorhaben notwendig. Die Stadt besitzt die historischen Gebäude im Park. Dazu gehören auch das Museum Lindengut mit dem schmucken Trauzimmer und das ehemalige Gärtnerhaus mit der grossen Fensterfassade. Als der Park noch Privaten gehörte, wohnte darin der Gärtner im ersten Stock. Er stellte jeden Herbst all jene Pflanzen ins Erdgeschoss, die den Winter draussen nicht überlebt hätten. Solche Orangerien wurden früher gebaut, um heikle Zitruspflanzen zu überwintern. Deshalb spricht Sarah Bolleter auch liebevoll von der «Orangerie», wenn sie vom Parkcafé erzählt. Es solle den Park zwischen Römer- und Seidenstrasse beleben, das Quartier bereichern und den Hochzeitspaaren, die sich im Lindengut trauen lassen, einen schönen Ort für ihren Apéro bieten. Im Sommer werde es Sitzplätze im Garten geben. Bolleter hat das Konzept und den Businessplan für das Café mit Catering-Betrieb in vielen freiwilligen Stunden erarbeitet – mit Evi Sommerhalder vom Jugendkafi «Stadtmuur» und An­drea Tiziani vom Historischen Verein Winterthur. Sie träumen davon, dass in der Orangerie einst Kaffeespezialitäten, hausgemachte Backwaren und kleine Mittagsmenüs serviert werden. Zudem will es der Verein «Stadtmuur» auch für seine Arbeitsintegration nutzen. Ähnlich wie beim Jugendkafi am Holderplatz sollen Junge auch im Vögelipark auf das Berufsleben vorbereitet werden. Der Betrieb soll kostendeckend sein. Entstanden ist die Idee für das Parkcafé vor vier Jahren. Dass sich die Stadt so lange zierte, verlangte von Sarah Bolleter viel Geduld ab. «Wir dachten ab und zu ans Aufgeben.» Stadtpräsident Michael Künzle erklärt die Wartezeit mit den verschiedenen privaten, kantonalen und städtischen Stellen, die bei den Gebäuden involviert sind – zum Beispiel die Stadtgärtnerei. Sie repariert heute Bänke im Gärtnerhaus. Zudem sei dem Stadtrat der Entscheid einfacher gemacht worden, als sich die Initianten bereit erklärten, den Umbau zu finanzieren. Erster Espresso in zwei Jahren Nach dem wichtigen Stadtratsentscheid übernimmt der Verein «Stadtmuur» die Planung. Für Evi Sommerhalder heisst das in erster Linie: Geld auftreiben. Sie rechnet mit Umbaukosten von bis zu einer Million Franken. Bevor sie die bauliche Planung in Auftrag geben wird, will sie mehr als zwei Drittel von Sponsoren zugesichert haben. Mit In­sti­tu­tio­nen und Organisationen wie dem Rotary Club habe es erste Gespräche gegeben. «Ich bin zuversichtlich, dass die Summe zusammenkommt.» Und obwohl bis zur Eröffnung noch viel Arbeit vor ihr liegt, sagt sie: «Wir sind in Hochstimmung.» Läuft alles nach Plan, wird im Sommer 2016 im Vögeli­park der erste Espresso serviert.

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