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Der Volleyballstreit ist vorläufig beigelegt

Wenige Tage vor dem Beginn der nationalen Meisterschaft einigte man sich in der NLA vorläufig auf die Ausländerregelung der Vergangenheit.

Vier Vereine und eine Spielerin hatten gegen einen neuen Passus im Reglement geklagt, der forderte, dass «mindestens drei lokal ausgebildete Spieler» auf dem Matchblatt stehen. Der Zentralvorstand von Swiss Volley hatte im Juli dieses neue Reglement beschlossen, nachdem das bisher geltende Gentlemen’s Agreement (stets mindestens ein Schweizer auf dem Feld) bei den Klubs keine vollständige Zustimmung mehr gefunden hatte. Gegen den neuen Reglementspassus (mindestens drei «lokal ausgebildete Spieler» auf dem Matchblatt) gingen Volero Zürich, Köniz, Aesch-Pfeffingen (alle Frauen) und Lugano (Männer) sowie eine namentlich nicht genannte ausländische Spielerin zivilrechtlich vor – und das taten sie also vorerst mit Erfolg. Aussergerichtlich Die beiden Parteien einigten sich nun aussergerichtlich darauf, dass die von den Klägern angekreideten Bestimmungen, respektive die sich daraus ergebenden Sanktionen vorerst nicht angewandt werden und die Kläger dafür die eingereichte Beschwerde sistieren. Dies steht in einem Schreiben an die NLA-Klubs, das der nationalen Agentur «Sportinformation» vorliegt und dessen Inhalt von Werner Augsburger, dem Direktor von Swiss Volley, so bestätigt wurde. Dies bedeutet, dass in der höchsten Schweizer Liga bis auf weiteres «nur» die Einschränkung gilt, dass stets mindestens ein sogenannt «lokaler» Spieler auf dem Feld stehen muss. Als «lokal ausgebildete Spieler» (LAS) gelten nebst den Schweizern auch ausländische Akteure, die im Alter von 13 bis 23 Jahren mindestens vier Jahre in Folge (oder total fünf) in der Schweiz lizenziert waren. Es ist deshalb zumindest theoretisch möglich, dass ein Klub im Gegensatz zu den letzten Jahren mit dem nun erzwungenen alten Passus ohne Schweizer Stammspieler auskommt. Forfait-Niederlagen Bei einem Verstoss gegen die vorgesehenen Auflagen, die für alle nationalen Partien (Cup und Meisterschaft) vorgesehen gewesen wären, hätten die Klubs Bussen entrichten oder – falls sie mehr als neun Nicht-LAS-Spieler auf die Matchblätter gesetzt hätten – gar Forfait-Niederlagen hinnehmen müssen. Das Gute an der Einigung zwischen den Parteien: Am Samstag kann die Meisterschaft planmässig gestartet werden. Der Fall ist jedoch nicht abgeschlossen. Swiss Volley verpflichtete sich in der aussergerichtlichen Einigung ferner, bis Mitte Dezember eine ausserordentliche NLA-Konferenz zu organisieren. An dieser Konferenz soll das weitere Vorgehen besprochen und beschlossen werden. Zwei Verweigerungen Bis zum Ende der letzten Saison hatte ausschliesslich die per Gentlemen’s Agreement beschlossene Regelung gegolten, wonach stets mindestens ein Schweizer respektive eine Schweizerin auf dem Spielfeld stehen musste. Dieses Abkommen hatte an einer NLA-Konferenz im letzten Winter nicht mehr verlängert werden können, weil zwei Klubs ihre Unterschrift verweigerten. Der Volleyverband hat mit seinen Einschränkungen zum Ziel, die einheimischen Spielerinnen und Spieler sowie letztlich auch die Nationalteams zu fördern. Und das ist so schlecht ja wohl nicht.

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