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Der Wahlkampf ist eröffnet

Sechs Personen kämpfen um fünf Sitze im Gemeinderat. An einem Podiumsgespräch stellten sie sich den Fragen von Moderator und Bürgern – die unbequeme stellte ein Neuzuzüger.

Vier der fünf bisherigen Hofstetter Gemeinderäte treten zurück. Einzig Sabine Nussbaumer will im Amt bleiben. Sie bekommt am Wahlsonntag vom 9. Februar Konkurrenz von fünf «Neuen». Am Dienstagabend stellten sich alle sechs Amtsanwärter einer Podi- umsdiskussion unter der Leitung von Moderator Werner Baumann aus Dinhard. Zur Wahl treten aus Huggenberg Projektleiter Ueli Bosshard, Sicherheitsbeauftragte May Britt Weber sowie Bauleiter und Forstwart Andreas Zwicky an. Aus Dickbuch kandidieren Informatiker Daniel Hungerbühler sowie Journalistin und Familienfrau Sabine Nussbaumer. Für das Präsidium bewirbt sich Betriebsökonom Roger Gerber aus Steig. Immer wieder kam im Gespräch das Thema Fusion auf – «am liebsten mit Elgg». Dafür wollen sich denn auch alle neuen Kandidierenden einsetzen. Sabine Nussbaumer mahnte jedoch, dass es beim Amt als Gemeinderat vor allem ums Alltagsgeschäft gehe, das nahtlos weiterlaufen müsse. Der Fusionsantrag an Elgg ist gestellt. «Wir sind dort Bittsteller und haben kaum Einfluss auf den Zeitplan», sagte Nussbaumer. Vielmehr müssten laufende Projekte in Sachen Spitex, Strassen oder Feuerwehr weitergeführt werden. «Bis 2018 sind wir nicht fusioniert, das kann ich garantieren», sagte Nussbaumer. Vor der Einarbeitung zeigte jedoch keiner der «Neuen» Angst. «Der alte Gemeinderat ist da sicher hilfsbereit», sagte Hungerbühler. Wichtig sei es, sich Hilfe zu holen und nicht einfach etwas «rumzuwursteln», meinte Bosshard. Präsidiumskandidat Roger Gerber wollte «an diesem Abend keine Garantien abgeben». Sicher sei für ihn, dass Hofstetten zwingend fusionieren müsse – «auch wenn sich die Ausgangslage verschlechtert». Denn Nussbaumer betonte auch, dass der Beitrag, den der Kanton für eine Fusion mit Schlatt gesprochen hätte, von Jahr zu Jahr schrumpft. «Wir müssen dem Kanton unseren Willen signalisieren – auch falls Elgg Nein sagt», so Gerber, der sich 2012 gegen eine Fusion mit Schlatt einsetzte. Zwicky sprach wie auch Gerber von vielen «positiven Rückmeldungen», die er aus Elgg erhalte. «Das macht Mut.» Bosshard meinte, man müsse beim Kanton alle Druckmittel einsetzen, die man habe. «Auch wenn es mit der Fusion länger dauert, glaube ich nicht, dass uns der Kanton ausbluten lässt.» Auf die Frage aus dem Publikum, welche Alternative es gebe, wenn Elgg die Fusion ablehne, hatte keiner der Kandidaten eine klare Antwort. «Ein Plan B wäre vielleicht gut, aber im Moment kann ich das noch nicht einschätzen», sagte Weber. Einen Identitätsverlust bei einer Fusion fürchtet keiner der Kandidaten. «Der Zusammenhalt in unseren Dörfern funktioniert, auch wenn die Verwaltung ändert», sagte Nussbaumer. Die drohende Steuerlast war ein weiteres wichtiges Thema. Der Kanton zahlt nur noch bis 2018 einen Übergangsausgleich, dann müssen Steuereinnahmen das Defizit decken. Wie die Kandidierenden damit umgehen würden, war eine Frage aus dem Publikum. «Die Steuertendenz ist kein Geheimnis», sagte Gerber. Man hoffe weiterhin auf die Unterstützung vom Kanton. Ein Votant forderte, der neue Gemeinderat müsse Hofstetten attraktiver für gute Steuerzahler machen. Gerber entgegnete, dass es dafür Geld brauche und dieses schon jetzt fehle. Die stille Wahl verhindert Zu ihren Wunschressorts wollte sich keiner der Kandidierenden äussern. Gerber zückte jedoch eine Liste mit allen Aufgaben, die es durch den Gemeinderat abzudecken gilt. «Die fünf neuen Kandidierenden könnten dies gewährleisten», sagte er. «Das haben wir gemeinsam besprochen.» Ein Neuzuzüger war von diesem Vorgehen irritiert: «Wurde Frau Nussbaumer als einzige Bisherige nicht in diese Besprechung einbezogen?», fragte er. Schliesslich gehe mit den vier Rücktritten schon viel Wissen verloren. Die Antwort war «Nein». Gerber hatte sich daraufhin zu erklären. Er habe sich aktiv dafür eingesetzt, eine stille Wahl zu verhindern. Dar­um sei er auf die Suche nach geeigneten Personen gegangen und habe dar­auf achten müssen, dass «seine» Kandidaten auch alle gefragten Funktionen abdecken könnten. Zwicky meinte abschliessend: «Es wurden heute so viele Ängste erwähnt, aber immerhin sitzen hier sechs Leute, die diese Gemeinde in die Zukunft führen wollen, und gemeinsam packen wir das auch.»

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