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Der wiederbelebte Weiler

Seit Kurzem ist in der Riedmühle wieder etwas los. Der Eigentümer Truls Toggenburger hat den Weiler mit kleinen Eingriffen attraktiv gemacht. Es war ihm ein Herzensanliegen.

Nachdem das Wirtepaar Nägeli im Dezember 2011 in den Ruhestand getreten war, schien die Riedmühle in der Gemeinde Dinhard für eine Weile fast wie ausgestorben. Der letzte Bauernbetrieb hatte seine Scheunentore geschlossen, das Kulturland war an Landwirte aus Dinhard und Sulz-Rickenbach verpachtet worden. Nur noch der Rosen­laden Sollberger hielt die Stellung.

Doch seit diesem Jahr keimt in der Riedmühle wieder Leben auf. Das freut allen voran den Unternehmer Truls Toggenburger. Der Weiler ist seit bald 200 Jahren im Besitz seiner Familie. Ihr Kies- und Transportunternehmen hat hier seinen Anfang genommen. Waren über lange Jahre Restaurant und Bauernhof die zwei Säulen des Weilers, ist nach der Wiederbelebung nun eine Patchwork-Gemeinschaft entstanden. Die Riedmühle ist ein moderner Arbeits- und Wohnort mit neun Parteien: fünf Bauern, ein Wirtepaar, die Rosenzüchter Sollberger sowie eine Familie und ein Paar, die im Wohnhaus respektive im Stöckli eingemietet sind.

Folgenreiche Vorbeifahrt

Die neue Nutzung spiegle die wachsende Komplexität der Gesellschaft, findet Toggenburger. Mit dem Ziel eines Neubeginns hat er das östlich der Durchfahrtsstrasse gelegene Wohnhaus leicht renovieren lassen und für dieses sowie das dahinter liegende Stöckli Mieter gesucht. Toggenburger kennt sich aus mit Baubräuchen: «Das Stöckli ist eine Berner Tradition und bezeichnet ein Häuschen, das betagte Bauernpärchen neben ihrem Haus errichten, um den Kindern das Haupthaus zu überlassen.»

Westlich der Strasse befinden sich in einem lang gezogenen Gebäude die stillgelegte Mühle, das Restaurant und eine Wohnung. Vor einem Jahr habe man mit Tanja Knöpfel und Christian Strauss ein neues Wirtepaar gefunden, erzählt Toggenburger. Nach gemeinsamen Vorstellungen wurde das Restaurant sanft renoviert. Um den Charme der alten Gastwirtschaft zu bewahren, wurden unter anderem im Stübli die Tische abgeschliffen und die alten Stühle mit neuem Stoff bezogen. Die neuen Mieter brachten ihre Kreativität ein. So hat Tanja Knöpfel etwa Lampenschirme aus alten Küchensieben gefertigt.

Knöpfel und Strauss haben zuvor das Restaurant Rümispitz in der Tennisarena Els­au geführt und dort vor allem Mittagsmenüs angeboten. «Unsere Vorstellungen konnten wir dort aber nicht umsetzen.» Zur Riedmühle kam das Paar per Zufall. Als sie mit dem Auto vorbeifuhren, stoppten sie und gingen ein paar Schritte über den Hof. «Wir wussten sofort, dass wir das Restaurant übernehmen wollen.» Auch jetzt vertraut Tanja Knöpfel ihrem Instinkt. Sie sei zuversichtlich, dass es gelingt, Gäste in den abgelegenen Weiler zu locken, sagt sie. Am Tag der offenen Tür letzten Samstag war die Neugier schon einmal gross.

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