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Diametrale Gefühlswelten vor WM-Beginn

Nach der mehrwöchigen Zwangspause von Simon Ammann ruhen die Schweizer Hoffnungen an der nordischen WM im schwedischen Falun fast ausschliesslich auf Dario Cologna. Der 28-jährige Münstertaler zählt in allen Einzelrennen, in denen er startet, zu den Medaillenanwärtern.

Unterschiedlicher könnte die Ausgangslage für die beiden Schweizer nordischen Aushängeschilder kaum sein. Derweil die Formkurve von Dario Cologna seit Mitte Dezember nach oben zeigt, erfuhr die Saison von Simon Ammann am Dreikönigstag in Bischofshofen eine grosse Zäsur. Nach seinem schweren Sturz beim Final der Vierschanzentournee und der dabei erlittenen schweren Hirnerschütterung konnte der Toggenburger das Sprungtraining erst Anfang Februar wieder aufnehmen.

Zufrieden mit seiner WM-Vorbereitung ist derweil Dario Colo­gna, obschon die Generalprobe über 15 km in Östersund resultatmässig (13. Platz) nicht wunschgemäss verlief. Für einmal gibt es kein Rätselraten darum, wie sein WM-Programm aussehen wird. Schon während der Tour de Ski gab der dreifache Olympiasieger bekannt, dass er die beiden Sprint-Wettkämpfe auslassen wird. Erstmals ins WM-Geschehen eingreifen wird Cologna demnach am nächsten Samstag, wenn es für ihn in seiner Paradedisziplin Skiathlon um die erfolgreiche Titelverteidigung geht. Vier Tage später steht das Skating-Rennen über 15 km auf dem Programm, als krönender Abschluss am 1. März der Fünfziger in der klassischen Technik. Zwei Tage zuvor ist ein Einsatz mit der Schweizer Staffel geplant.

Im Normalfall kann Cologna in jedem Einzelrennen ein gewichtiges Wort um den Sieg mitreden. «Meine Form ist mit jener vor den letzten Weltmeisterschaften im Val di Fiemme vergleichbar», gibt sich der Münstertaler optimistisch. Mit Ausnahme des ersten Wettkampfs beendete er alle Langdistanzrennen in diesem Weltcup-Winter in den Top 13, was ihm in dieser Spezialwertung die Gesamtführung vor dem Norweger Martin Johnsrud Sundby eintrug. Einmal mehr scheint dem 28-Jährigen ein optimaler Formaufbau im Hinblick auf einen Grossanlass gelungen zu sein. An die hohen Erwartungen hat er sich ohnehin schon längst gewöhnt.

Vom zehnköpfigen Schweizer Langlauf-Team besitzt zwar nur Cologna realistische Medaillenchancen, allerdings stehen die Vorzeichen gut, dass Swiss-Ski als Team in der Loipe erfolgreicher abschneidet als vor zwei Jahren, als neben den beiden Medaillen Colognas drei weitere Top-15-Klassierungen in Einzelrennen resultierten. Im Teamsprint, in dem Roman Schaad/Gianluca Cologna und Laurien van der Graaff/Seraina Boner die Schweizer Farben vertreten werden, dürfen heuer wesentlich bessere Ergebnisse erwartet werden als die WM-Ränge 11 und 15 im Val di Fiemme. Bei der WM-Generalprobe im Skating-Teamsprint vor einem Monat in Otepää (Est) verpasste das Duo Schaad/Cologna einen Podestplatz um weniger als drei Sekunden. «Insgesamt erlebe ich die Mannschaft in dieser Saison stärker. Wir können ein kompaktes Team präsentieren», freut sich der Disziplinenchef Hippolyt Kempf, der den Gewinn einer WM-Medaille als Zielvorgabe nennt.

Rätselraten um Ammann

Ein grosses Fragezeichen gibt es bezüglich der Verfassung von Simon Ammann. Um den vierfachen Olympiasieger ist es seit einigen Tagen ziemlich still geworden. Abseits des Weltcup-Trosses führte er sein Aufbautraining fort – mit welchem Ergebnis, wird sich weisen. Ein Start in Falun ist nach wie vor in seiner Planung. Sollte Ammann das Gefühl haben, nicht um eine Topklassierung mitspringen zu können, würde ein kurzfristiger WM-Verzicht allerdings nicht überraschen. Sein grosser Trumpf in der beschwerlichen Vorbereitung ist freilich die immense Erfahrung. Während Ammanns Verletzungspause hatte Gregor Deschwanden die temporäre Rolle des Teamleaders inne. Der bald 24-jährige Luzerner blickt auf einen schlechten Weltcupstart zurück, ist seit Mitte Januar aber sechsmal unter die besten 20 gesprungen.

In der Nordischen Kombination ist Swiss-Ski wie vor Jahresfrist an den Olympischen Spielen nur noch mit einem Starter vertreten. Tim Hug kann diese Saison fünf Weltcup-Klassierungen in den Top 20 vorweisen, an Grossanlässen blieb er bislang jedoch unter den Erwartungen. Als Bestresultat hat der Solothurner einen 24. Rang in Sotschi zu Buche stehen. si

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