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Die Angst vor den Rückkehrern

Gut 30 Personen aus der Schweiz kämpfen momentan mit Waffen für den Islam. Sechs kamen dabei ums Leben. 18 Jihadisten sind laut dem Nachrichtendienst in die Schweiz zurückgekehrt.

In der Schweiz leben 18 mutmassliche Jihad-Rückkehrer. Bei einem davon ist der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) sich sicher, dass diese Person an jihadistisch motivierten Kämpfen teilgenommen hat. Bei den anderen 17 Personen bestehe ein starker Verdacht. 31 mutmassliche Jihadisten aus der Schweiz halten sich laut NDB derzeit in einem Kampfgebiet auf. Bei fünf davon dürfte es sich um sogenannte Pendler handeln, also um Personen, die zwischen verschiedenen Staaten umherreisen. Sechs Personen sind als tot gelistet. Insgesamt wird davon ausgegangen, dass weit über 3000 Personen aus Europa ausgereist sind, um sich auf der Seite der Jihadisten an den Bürgerkriegen in Syrien und im Irak zu beteiligen.

Verdreifachung seit 2013

Der NDB hat zwischen 2001 und September 2014 insgesamt 55 jihadistisch motivierte Ausreisen verzeichnet. 31 davon gingen in den Irak oder nach Syrien, 24 nach Afghanistan, Pakistan, in den Jemen und nach Somalia. Innert eineinhalb Jahren hat sich laut NDB die Anzahl Jihadisten-Ausreisen fast verdreifacht. Von 2001 bis Mai vergangenen Jahres gab es laut NDB rund 20 vom Jihad motivierte Ausreisen in Konfliktgebiete. Ein Jahr später waren es bereits 40. Allein in den vergangenen vier Monaten kamen 15 weitere Ausreisen hinzu. Der NDB macht keine Angaben zu Identität, Nationalität, Alter, Geschlecht oder Wohnort der Jihadisten. Man wolle lediglich allgemeine Zahlen nennen, um die Bevölkerung zu informieren. Auch die Bundesanwaltschaft trifft im Zusammenhang mit dem radikalen Jihadismus Abklärungen. Sie führt insgesamt rund 20 Verfahren.

Kein grösserer Zulauf

Claude Wild, Chef der Abteilung Menschliche Sicherheit im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), glaubt nicht, dass die IS-Miliz in der Schweiz immer mehr Anhänger gewinnen wird. Die Schweiz habe zum Glück eine gute Integrationspolitik von Ausländern, erklärte er in einem Interview des Onlineportals 20minuten.ch. So gebe es beispielsweise keine Ghettos wie in Nachbarländern. «Bei uns dauert es vielleicht etwas länger, bis man den Schweizer Pass bekommt, dafür werden junge Männer aber von Anfang an integriert», sagte Wild. Der Experte plädiert aber dafür, dass mehr in die Jugend investiert wird. Als Beispiel nannte er Kosovo, wo sehr viele Junge arbeitslos seien. Solch eine Ausgangslage sei der perfekte Nährboden dafür, dass terroristische Organisationen bei den Jungen Erfolg haben könnten.

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