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«Die Arbeit von Jugendverbänden ist wichtig»

Jugendarbeiter Peter Marti glaubt, dass Pfadi und Cevi ihr Konzept ändern müssen, um wieder zu wachsen.

Was halten Sie von Jugendverbänden wie Cevi oder Pfadi?

Peter Marti*:Die Arbeit von Jugendverbänden ist sehr wichtig. Sie organisieren sich ja selbst, also Jugendliche arbeiten für Jugendliche. Gleichzeitig kann dies aber auch ein Nachteil sein, weil die Verbände eben nicht superprofessionell organisiert sind.

War­um ist der Bestand bei Pfadi und Cevi rückläufig?

Die beiden Jugendverbände schaffen es nicht, auch Jugendliche mit Migrationshintergrund einzubeziehen. Ihr Angebot richtet sich nur an eine bestimmte Zielgruppe. Die Bevölkerung der Schweiz hat sich aber verändert, und die Jugendverbände haben sich nicht angepasst. Ausserdem kennt man solche Jugendgruppen in den Herkunftsländern der Migranten vielleicht auch einfach nicht.

Wie könnte man mehr Ausländerkinder in die Verbände holen?

Die Jugendgruppen müssten vermehrt an Orten präsent sein, wo viele Ausländer wohnen. Vereinzelt haben es Cevi-Gruppen geschafft, neue Bevölkerungsschichten anzusprechen. Ohne feste Mitgliedschaft können Kinder in diesen In­sti­tu­tio­nen vorbeikommen, um zu basteln und zu spielen. Meiner Meinung nach eine ideale Form für Stadtkinder.

Denken Sie, dass solche Jugendgruppen die Kriminalität senken?

Ich denke, dass dadurch Vandalismus aus Langeweile verhindert werden kann. Ansonsten glaube ich nicht, dass ein Zusammenhang besteht zwischen Jugendgruppen und Kriminalität.

Was ist das Gute an Jugendgruppen, was fördern sie?

Jugendgruppen fördern die Teamfähigkeit der Jugendlichen und vor allem auch die Sozialkompetenz. Dadurch, dass die Vereine sich meist selbst organisieren, muss viel Teamarbeit geleistet werden.

Der Cevi und die Pfadi führen beide einen Schnuppernachmittag durch. Was halten Sie davon?

Grundsätzlich finde ich das eine gute Sache. Ich glaube aber nicht, dass das ihre Probleme lösen wird. Sie erreichen dadurch nur dieselbe Zielgruppe wie vorher. Jugendliche mit Migrationshintergrund haben meist andere Interessen, als im Wald Feuer zu machen und Zelte zu bauen. Sie verbringen ihre Freizeit lieber mit Freunden. Um Mi­granten zu erreichen, müssten die Jugendverbände grundsätzlich ihr Konzept überdenken.

Interview: Nadine Markwalder

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