Zum Hauptinhalt springen

Die «Block»-Rampen gehen nach Huttwil

Der umtriebige Unternehmer Markus Bösiger hat sich die Skaterampen des «Blocks» gesichert. Er will damit im bernischen Huttwil seine still­gelegte Eishalle wiederbeleben.

Am 5. Januar schliesst der Skatepark «Block» in Winterthur definitiv. Jetzt ist klar, wo die Holzrampen der 2000 Quadratmeter grossen Anlage künftig stehen werden. «Block»-Betreiber Thomas Dinkel bestätigt, er habe sich am Freitag mit dem Unternehmer Markus Bösiger geeinigt. Dieser übernimmt fast die komplette Einrichtung bis auf die «Bowl» und eine «Mini-Ramp», die dem Aargauer Skatepark «Rolling Rock» versprochen sind. Damit zerschlagen sich die Hoffnungen der Winterthurer Skater, in der Region eine Nachfolgelösung zu finden. Eishalle aus Trotz stillgelegt Bösiger will mit dem «Block»-Mobiliar im oberaargauischen Huttwil eine der grössten Skaterhallen des Landes einrichten. «Spätestens im Frühling» soll sie eröffnen, sagt er. Geplant sei auch eine Übungsanlage für BMX. Die passende Halle besitzt Bösiger seit Längerem. Er hatte 2008 aus einem Nachlass das nationale Sportzentrum in Huttwil mit Dreifachturnhalle und Eishalle übernommen. Diese war Heimat der erfolgreichen Huttwil Falcons, die 2011 Schweizer Amateurmeister wurden. Der Aufstieg in die NLB blieb ihnen damals aufgrund eines Formfehlers verwehrt. Aus Zorn und Trotz zog Bösiger gleich der ganzen Halle samt Aussenfeld den Stecker. Seither gibt es in Huttwil kein Kunsteis mehr. Der 57-jährige Bösiger gilt als Mann mit vielen Plänen und einem dicken Schädel. Als Motorsportler fuhr er in den Neunzigerjahren an Seitenwa­gen-GPs mit. Noch heute gehört er zu den besten Lastwagen-Rennfahrern der Welt. Sein Geld verdient er mit Immobilienhandel. Er besitzt eine Reihe von Aktiengesellschaften, dar­un­ter ein Pneuhaus, eine Bowlinghalle und ein Fitnesscenter. Träume von Russlands Liga Für nationale Schlagzeilen sorgten letztes Jahr seine Pläne, mit einem eigenen Team in der russischen Eis- hockeyliga KHL, der zweitbesten der Welt, mitzumischen. In einem neu gebauten Hockeytempel in Huttwil sollten die «Helvetics» die russischen Weltstars empfangen. Verrückt und unmöglich? Das wurde schon oft über die Pläne Bösigers gesagt. Sein Russland-Traum ist jedenfalls noch nicht ausgeträumt. «Wir arbeiten nach wie vor auf das Projekt hin», sagt Bösiger. Allerdings ohne Zeitdruck. Erst einmal wolle er den Ausgang von laufenden Gerichtsverfahren mit dem Bund und Swiss Olympic abwarten, mit denen er sich wegen des Sportzen- trums in den Haaren liegt. Dass die leer stehende Eishalle jetzt zum Skaterparadies wird, war ein kurzfristiger Entscheid. Ob er sich lohnt, ist abzuwarten. «Block»-Betreiber Dinkel sagt, er habe mit der Anlage jährlich rund 100 000 Franken Verlust geschrieben. Doch Bösiger will seine Halle ohne Subventionen betreiben: «Damit hat man nur Scherereien.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch