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Die Entscheidung fiel nach 56 Penaltys

In der schwedischen Frauen-Meisterschaft wollte ein Penaltyschiessen (fast) kein Ende nehmen. Der Rekord steht bei 56 Versuchen. Ein Blick durch die Ligen von Gävle bis nach Moskau.

Zwischendurch kamen gar wundersame Gedanken auf: «Wie wäre es, wenn jedes Team 1,5 Punkte erhalten würde?» Diese Frage auf jeden Fall hatte AIK-Stockholm-Trainerin Ylva Lindberg schon einmal ins Auge gefasst.Denn es schien tatstächlich, als ob das Meisterschaftsspiel in der schwedischen Frauenliga zwischen Brynäs Gävle und AIK zu keinem Ende kommen würde. 3:3 hiess es nach 60 Minuten, 3:3 stand es auch nach der Verlängerung. Danach waren die Schützinnen dermassen unkon­zen­triert und die Torfrauen dermassen stark, dass die Entscheidung im Penaltyschiessen einfach nicht fallen wollte.

Nach neun erfolglosen Versuchen traf eine Brynäs-Spielerin zum 1:0, der Ausgleich folgte umgehend. Danach gingen 39 (!) Penaltys übers Eis, ohne dass ein Tor fiel. Brynäs ging noch einmal in Führung – wieder glich AIK aus. Der 56. Versuch, verwandelt von Emmy Alasalmi, brachte AIK den Sieg und den Zuschauern die Erlösung. Bei Brynäs trafen 2, bei AIK 3 von 28 Schützinnen. Ausser den Torhüterinnen liefen alle Feldspielerinnen an. Raum für eine Steigerung scheint bei beiden Teams vorhanden.

Jokinens unrühmlicher Rekord

Ebenfalls einen Rekord, auf den man nicht besonders stolz sein darf, stellte Olli Jokinen auf. Der finnische Stürmer, der in der Lockout-Saison 2004/05 einige Partien für Kloten absolvierte, wurde am Wochenende von Nashville nach Toronto transferiert. Was auf den ersten Blick unspektakulär aussieht, wird beim zweiten Hinschauen zum Rekord. Jokinen ist der erste Europäer, der in neun verschiedenen NHL-Teams unter Vertrag ist. Der Center, im Dezember 36 Jahre alt geworden, begann seine Karriere in Los Angeles (1998). Weitere Stationen waren die Islanders, Florida, Arizona, die Rangers, Calgary, Winnipeg und zuletzt Nashville.

Mit dem Wechsel nach Toronto wurde Jokinen wohl um seine letzte Chance gebracht, einmal um den Stanley-Cup kämpfen zu können. Aber immerhin ist der Mann aus Kuopio noch einige Klubwechsel vom absoluten Rekordhalter entfernt: Mike Sillinger spielte zwischen 1990 und 2009 in zwölf verschiedenen Organisationen.

Tod eines 35-Jährigen

Die NHL wurde ein weiteres Mal geschockt vom frühen Tod eines ehemaligen Spielers. Steve Montador, erst 35 Jahre alt, wurde am Wochenende in seinem Haus in Mississauga tot aufgefunden. Die Freundin Montadors sei am Sonntagmorgen um 2 Uhr aufgewacht und habe Montador leblos am Boden gefunden. Die herbeigerufene Polizei und die Sanität konnten nur noch seinen Tod feststellen.

Montador begann seine Karrire 2001 in Calgary, nach 571 Partien in der NHL und einer weiteren schweren Hirnerschütterung beendete er sie 2012 bei Chicago. Er versuchte sich noch ein Jahr in der KHL (Zagreb). In Zusammenhang mit seinen Hirnerschütterungen sprach Montador öffentlich von den Depressionen, unter denen er litt. «Man wird unsicher, hinterfragt vieles und leidet unter Angstzuständen», beschrieb er vor zwei Jahren. Aber er habe von vielen Leuten Hilfe erhalten und sei auf dem richtigen Weg, sagte er damals.

Dank Fans kein Konkurs

Der Traditionsverein AIK Stockholm, sportlich bei den Männern mit dem letzten Platz in der zweihöchsten Liga fast am Boden, konnte im letzten Moment einen Konkurs der gesamten Eishockey-Abteilung abwenden. «Die schwarze Masse», eine Supporter-Vereinigung, die Fussball-Abteilung von AIK und der Vorstand brachten gemeinsam vier Millionen Kronen (rund 450 000 Schweizer Franken) zusammen. Damit kann mehr als die Kinder- und Nachwuchs-Abteilung gerettet werden. Und die Parteien, die sich vorher in einem Machtkampf stritten, rauchten eine Friedenspfeife. Nun soll es wieder gemeinsam vorwärtsgehen mit dem Ziel, AIK wieder in die SHL, die oberste Spielklasse, zurückzuführen. Gestern wurde ein neuer Präsident für die AG eingesetzt.

Qualifikationssieger ZSKA

Der Zentrale Sportklub der Armee (ZSKA) Moskau ist der erste Sieger in der russischen KHL. Mit dem 5:2 über Medvescak Zagreb sicherte sich der ZSKA seinen ersten Titel seit den glorreichen Zeiten und 1989. Die Moskauer sind, wie es in der KHL heisst, Sieger des Continentalcups. Mit andern Worten: das beste Team der Qualifikation. Vier Partien vor Schluss hat der ZSKA seinen Rekord auf 46 Siege ausgedehnt, er verlor nur gerade zehn Partien. Die letzte Niederlage war eine schmerzhafte. Denn ausgerechnet in dem Spiel, in dem der Gewinn der Qualifikation mit der Übergabe eines Pokals gefeiert wurde, unterlag der ZSKA im Moskauer Derby. Und so weiss er seit Sonntag, dass mit Dynamo Moskau ein Konkurrent in den Playoffs mitspielt, der durchaus Möglichkeiten hat, den Favoriten zu ärgern.

13 von 15 Playoff-Plätzen sind bereits vergeben. Im Westen qualifizierten sich neben ZSKA Moskau auch St. Petersburg, Dynamo Moskau, Jokerit Helsinki, Dynamo Minsk und Lokomotive Jaroslawl, Torpedo, Sotschi und Atlant streiten sich um die letzten zwei Plätze. Im Osten sind AK Bars Kasan, Sibir, Metallurg Magnitkogorsk (TV), Omsk, Barys Astana, Traktor Tscheljabinsk und Salawat Julajew Ufa gesetzt, Automobilist oder Admiral Wladiwostok stossen dazu. jch

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