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Die Erde bebt nicht nur in St. Gallen

Zwei kleine, an der Oberfläche nicht spürbare Erdstösse sind in Winterthur verzeichnet worden: Die zeitliche Nähe zu den durch Bohrungen ausgelösten Beben in St. Gallen ist reiner Zufall.

Am 24. September verzeichnete der Schweizerische Erdbebendienst (SED) im Raum Winterthur einen Erdstoss: Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von 20 Kilometern, als Stärke wird eine Magnitude von 2,2 angegeben. Am Donnerstag, den 3. Oktober, wurde ein weiterer Stoss in 19,9 Kilometern Tiefe und von einer Stärke von 1,6 registriert (er wurde wie der vorige nur von den sensiblen Messgeräten aufgezeichnet, an der Erdoberfläche waren beide Stösse für die Winterthurerinnen und Winterthurer nicht spürbar). Einem Leser fiel jedoch auf: Die beiden Winterthurer Erdstösse fanden jeweils kurz nach Beben in St. Gallen statt, die durch Bohrungen für ein Geothermieprojekt ausgelöst worden waren. Das Erdwärmevorhaben steht aber in keinem Zusammenhang mit den «Winterthurer Beben», wie es auf Anfrage beim SED heisst. «Die zeitliche Nähe ist reiner Zufall», sagt Thomas Haslinger, Vizedirektor beim Schweizerischen Erdbebendienst. Erdstösse sind auch weiter herum spürbar Durch die Arbeiten sind zwar Erdbeben ausgelöst worden. Allerdings beschränkte sich diese durch die Bohrungen ausgelöste seismische Aktivität auf ein Gebiet von rund einem Kilometer Radius um den Endpunkt des Bohrloches, wie Haslinger sagt. Bei den beiden im Raum Winterthur registrierten Beben hat es sich um «normale» gehandelt: «Es gibt in dieser Gegend immer wieder Beben, wie sie in den letzten Tagen auch aufgetreten sind», sagt der SED-Vizedirektor. «In den letzten 20 Jahren sind sie nie stärker gewesen als Magnitude 2,5 – sie waren somit an der Oberfläche eigentlich nie wahrnehmbar.» Auch wenn die St. Galler Beben bisher nur in einem Radius von einem Kilometer rund um das Bohrloch registriert wurden – die stärksten werden auch weiter herum bemerkt. Der stärkste Erdstoss, jener vom 20. Juli mit einer Magnitude von 3,5, wurde im Umkreis von 15 Kilometern gespürt. Was in den kommenden Wochen passiert, lässt sich kaum vorhersagen. «Die Störungszone, die angebohrt wurde, scheint relativ empfindlich schon auf kleinere Aktivitäten zu reagieren», sagt Haslinger. «Bislang, mit einer Ausnahme, aber nur mit sehr kleinen Beben.» Dass nochmals grössere – also spürbare – Beben auftreten, sei nicht auszuschliessen. Der SED weist grundsätzlich darauf hin, dass in der Schweiz auch schwere Beben möglich sind: Erdbeben mit Magnitude 6 seien hierzulande zwar deutlich seltener als etwa in Griechenland oder Italien, sie können aber im Prinzip überall in der Schweiz auftreten (im langjährigen Mittel alle 100 Jahre einmal).

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