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Die Förderin von Einwandererkindern

washington. Laurene «Lo» Powell Jobs (Bild) suchte nie das Rampenlicht. Erst recht nicht nach dem Tod ihres berühmten Mannes Steve 2011. Jetzt aber wird man auf sie aufmerksam.

Auch Itzy Gutierrez wusste zunächst nicht, wer die Wohltäterin war, die ihr half, den Weg ins College zu schaffen. Jobs begleitete die Tochter eines Bauarbeiters in Kalifornien, der seine Familie ohne Papiere über die Grenze gebracht hatte, persönlich durch die Schuljahre. Sie entdeckte ihr Po­ten­zial und motivierte Itzy, sich an der Eliteuniversität von Stanford zu bewerben. Mit Erfolg.

Zum Dank lud Itzy die Gründerin der Organisation «College Track», die Kinder nicht dokumentierter Einwanderer fördert, zu sich nach Hause ein. Ganz selbstverständlich stand Laurene vor der Tür der bescheidenen Bleibe und feierte die Aufnahme ins College mit der Latino-Familie bei Buntbarsch, Reis und Gemüse.

Genauso problemlos verkehrt die neuntreichste Frau der Welt mit einem geschätzten Vermögen von elfeinhalb Milliarden Dollar bei Mächtigen. Dort ist die unprätentiöse Philanthropin bestens bekannt. Sie gehört zu den Förderern Präsident Barack Obamas und unterstützt seit Langem hinter den Kulissen politische Anliegen. Von schärferen Waffengesetzen über bessere Bildungsangebote bis hin zu einer Reform der Einwanderung. 2012 nutzte sie ihren Einfluss und motivierte Präsident Obama, die Abschiebung von Immi­grantenkindern ohne Papiere im Alleingang ohne den Kongress zu beenden. Kennen die meisten doch keine andere Heimat als die USA.

Fürsprecherin der «Dreamer»

Jetzt tritt Jobs hinter dem Vorhang hervor und übernimmt öffentlich eine Rolle, die sie privat schon lange spielt – als Anwältin, Fürsprecherin und Förderin der «Dreamer». So nennt sich die Generation von jungen Einwanderern, die ohne ihr eigenes Zutun von ihren Eltern ins Land gebracht wurden. Nach der Schule stehen sie meist vor verschlossenen Türen, weil ihnen die Möglichkeit für eine weiterführende Ausbildung fehlt. Aus rechtlichen Gründen oder weil es ihnen an Geld mangelt.

Die in Stanford graduierte Wirtschaftswissenschafterin mit jahrelanger Erfahrung bei Goldman Sachs nutzt ihr Talent, den «Träumern» mit einer Lobbykampagne zu helfen. Sie bestellte beim Filmemacher Davis Guggenheim eine Mini-Dokumentation über die Schicksale von Immigrantenkindern. Der 30 Minuten lange Film «Der Traum ist heute» läuft an Colleges, steht auf der Webseite (thedream­isnow.org) bereit und wird sogar im Besucherzentrum des US-Kongresses in Washington gezeigt.

Einfluss im Parlament

Erstmals seit dem Tod ihres Mannes gibt Jobs den US-Medien Interviews. Allerdings mit der Massgabe, nicht nach privaten Dingen oder dem Apple-Gründer gefragt zu werden. Gleichzeitig bearbeitet sie persönlich einflussreiche Senatoren wie den Demokraten Harry Reid oder die beiden Republikaner Marco Rubio und John McCain.

Jobs macht sich über Rückschläge und Frustrationen in der Politik keine Illusionen. Vor allem nicht bei einem brisanten Thema wie Einwanderung. «Ich gebe nicht auf, weil sie nicht aufgeben», sagt die Mutter von drei Kindern. Unabhängig vom Erfolg ihrer Kam­pa­gne bleibt die Tochter eines Marine-Piloten und einer Lehrerin der Philanthropie verpflichtet. Ganz privat über das «Emerson Collective», einer Organisation, die ihre Bemühungen koordiniert.

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