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Die Fusionsidee ist langsam im Kanton angekommen

Aller Anfang war schwer für Gemeindefusionen im Kanton Zürich. Doch nun verstärkt sich der Trend zu Zusammenschlüssen. Verhandlungen laufen nicht mehr nur in der «Landbote»-Region, sondern auch in anderen Gebieten.

Die Skepsis gegenüber Fusionen schrumpft. Drei Jahre nachdem der neue Finanzausgleich eingeführt wurde, zieht der Kanton eine positive Bilanz. Im letzten Jahr sind alle Fusionsabstimmungen angenommen worden. «Der Trend zu Gemeindefusionen verstärkt sich», sagt Roland Wetli vom kantonalen Gemeindeamt. Noch vor einem Jahr sah die Statistik auf politischer Ebene ernüchternd aus: Zwei angenommene standen zwei abgelehnten Gemeindefusionen gegenüber. Als Erste nach 80 Jahren haben sich im Kanton Zürich Bertschikon und Wiesendangen getraut. Die neue Gemeinde Wiesendangen besteht bereits seit einem Jahr. Auf Anfang 2015 haben sich Sternenberg und Bauma vereint. Der Kanton Zürich zählt damit noch 169 statt 171 Gemeinden. Eine Gemeindefusion pro Jahr Im nächsten Jahr könnte die Anzahl bereits wieder schrumpfen. Die Stimmberechtigten aus Kyburg und Illnau-Effretikon werden am 14. Juni an der Urne über einen Zusammenschluss per Anfang 2016 befinden. Die dritte Fusion wäre ein weiteres Novum. Erstmals würden sich eine Stadt mit Parlament und eine Gemeinde mit Gemeindeversammlung zusammenschliessen. Offiziell handelt es sich um eine Eingemeindung: Illnau-Effretikon wird Kyburg schlucken. Neuwahlen wird es keine geben. Eine Gemeindefusion pro Jahr – dieser Trend könnte sich laut Wetli auch in den kommenden Jahren fortsetzen. «Diese Entwicklung ist bemerkenswert, nachdem sich die Zahl der politischen Gemeinden während 80 Jahren nicht verändert hat.» Hinzu kommt, dass die Zahl der Schulgemeinden schon seit längerem rückläufig ist. Waren es 2010 noch 124, sind es heute noch 103. Dafür nehmen im Gegenzug die Einheitsgemeinden – also die Vereinigung von politischen Gemeinden und Schulgemeinden – zu. Deren Zahl ist in den letzten fünf Jahren von 70 auf 81 angestiegen. «Dadurch haben sich die Gemeindestrukturen stark vereinfacht», sagt Wetli. Neue Reformdynamik Die ersten Fusionsdiskussionen haben sich auf das «Landbote»-Verbreitungsgebiet beschränkt. Inzwischen laufen aber auch Projekte im Nordwesten und Süden des Kantons (siehe Grafik). Im Mai 2014 haben die Stimmberechtigten in Hirzel grünes Licht für Fusionsverhandlungen mit Nachbar Horgen gegeben. Ende November 2014 haben die vier Gemeinden im Wehntal für gemeinsame Fusionsgespräche gestimmt. Gleichzeitig sprachen sich auch die Schönenberger dafür aus, dass der Gemeinderat Fusionsverhandlungen mit dem Stadtrat Wädenswil aufnimmt. Speziell daran: Die entsprechende Initiative wurde von Einwohnern eingereicht. In der Nachbargemeinde Hütten werden die Stimmberechtigten am 8. März darüber befinden, ob eine Fusion grundsätzlich bejaht wird und ob man sich lieber Richtung Wädenswil oder Rich- terswil orientieren will. Etwas harzig verlaufen die Fusionsgespräche zwischen Bachs und Stadel. Der Knackpunkt sind die Primarschulen, wobei auch Weiach an einer grösseren Schulfusion interessiert wäre. Zusatzeffort gefordert Für die geplante Eingemeindung von Hofstetten durch Elgg ist laut dem Hofstetter Gemeindepräsidenten Roger Gerber (Bild rechts) noch ein Zusatzeffort vom Kanton gefragt. «Eine Fusion muss ja auch in seinem Interesse sein. Falls wir in Konkurs gehen würden, müsste man uns laufend unterstützen.» Gerber will zusätzlich noch Rat bei der ehemaligen Sternenberger Gemeindepräsidentin Sabine Sieber einholen, wie man allenfalls noch Altlasten tilgen könnte. Am 29. November 2015 soll in Hofstetten und Elgg eine Grundsatzabstimmung durchgeführt werden – sowohl für die politischen Gemeinden als auch für die Primarschulgemeinden. Im Stammertal ist bereits am 6. September eine Grundsatzabstimmung geplant. Wie der genaue Auftrag an die Behörden lauten wird, ist noch nicht klar. Daneben stehen zwei Schulfusionen zur Diskussion: Am 14. Juni werden Ossingen und Truttikon über eine gemeinsame Schule abstimmen. Wann der Fusionsvertrag für die Schulen im mittleren Tösstal an die Urne gelangt, ist noch offen.

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