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Die gleichen Prioritäten wie die Schweiz

STOCKHOLM. Zum ersten Mal seit 2009 können die Amerikaner wieder um eine WM-Medaille spielen.

Mit den Jahren haben die Amerikaner gelernt: Einfach nur eine bessere College-Auswahl an eine WM schicken, das reicht nicht. 1998 in der Schweiz und 2003 in Finnland wären sie so beinahe abgestiegen. Inzwischen hat das Turnier für den Verband, der international bei den Junioren führend ist, so viel Gewicht bekommen, dass seriös selektioniert wird.

«Unser Ziel war es, nach Stockholm zu kommen, jetzt sind wir hier», sagt Trainer Joe Sacco. «Stockholm» bedeutete für die Amerikaner, die in der Helsinki-Gruppe engagiert waren: Sie können um eine Medaille spielen. Mit dem 8:3 über die Russen setzten sie ein dickes Ausrufezeichen. «Wer eine Medaille will, der muss bereit sein, auch ein gutes Team zu schlagen», sagte Stürmer Ryan Carter nur zum Erfolg.

Die Amerikaner imponierten bisher mit «Schweizer Qualitäten», sie setzen die Prioritäten im Spiel gleich wie Sean Simpsons Mannschaft. «Wichtig ist, dass wir im Team spielen, als eine Gruppe, alle füreinander», ist Saccos Forderung. Das haben seine Spieler offenbar begriffen. Und erspielten sich so erstaunliche Werte: In der Chancenauswertung übernahmen sie von der Schweiz Platz 1, im Powerplay sind sie hinter der Schweiz die Nummer 2, im Unterzahlspiel belegen die Schweizer Rang 5, die Amerikaner Platz 7. Sie verloren in der Gruppenphase gegen die Russen 3:5 und die Slowaken 1:4. Vor allem aus dem Slowaken-Match zogen sie ihre Schlüsse.

Der «unglaubliche» Goalie

Torhüter Ben Bishop von Tampa erwies sich nicht als die erhoffte Stütze. Also setzten die Amerikaner im Viertelfinal auf einen Jüngling, der noch nicht einmal 20 Jahre alt ist und bis zur WM erst ein Spiel auf Profiniveau absolviert hatte: John Gibson. «Er ist ein unglaublicher Goalie», schmunzelte Roman ­Josis Nashville-Teamgefährte Craig Smith. In der Tat. Bei der WM weist er nach drei Einsätzen eine Abwehrquote von 95,8 Prozent auf. Auf Juniorenebene gewann Gibson schon zwei WM-Titel. 2011 führte er die U18 ohne Niederlage auf Platz 1, zuletzt in Ufa bei der U20 holte er die Siegermedaille und drei weitere Trophäen: MVP des Turniers, bester Goalie des Turniers, im All-Star-Team des Turniers.

Sean Simpson weiss, wer sich da seinen Stürmern gegenüberstellt, er hat Gibson bei der U20-WM aus nächster Nähe sehen können. Dem Mann wird eine grosse Zukunft vorausgesagt, und das könnte einen Schweizer beunruhigen. Gibson wurde von Anaheim gezogen, bei den Ducks mit Goalie Jonas Hiller unterschrieb er im März 2012 einen Dreijahresvertrag.

Captain Paul Stastny ist mit bisher 13 Punkten (6 Tore) der erfolgreichste Skorer der USA, er steht auf Rang 3 der WM-Liste. Die besten Schweizer folgen auf Platz 8 mit Denis Hollenstein und Roman Josi, beide erzielten je acht Punkte. (jch)

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