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Die globalisierte Verwechslung

Im neuen Stück «Airport Sturzflug 19 Uhr 05» der Hardbühne beginnen die Turbulenzen bereits am Boden.

Eigentlich eine verrückte Geschichte: Da gehen die heutigen Schwänke mit der Zeit, Computer, Digitalkameras und Handys sind auf die Bühne gekommen, Piloten, Fotografen, Jungvermählte und Models jetten in der Welt herum – doch noch immer kommt es zu den gleichen alten Missverständnissen zwischen Mann und Frau. Aber eigentlich ist das ganz gut so, denn wenn ein Lustspiel lustig ist, hat das Publikum etwas zu lachen.

Pfarrhelferin als Fotomodell

Im neuen Stück der Hardbühne Embrach lässt denn auch die erste Pointe nicht lange auf sich warten. Mit den träfen Sprüchen einer Putzfrau in der Abflughalle eines Flughafens sind die Lacher ab der ersten Minute garantiert. Bereits am Boden kommt es zu tüchtigen Turbulenzen: Eine Pfarrhelferin entdeckt die Reize eines Fotoshootings, ein handzahmer Dessousverkäufer wird an der Nase herumgeführt, eine durchtriebene Seniorin knöpft einem Heiratsschwindler den letzten Rappen ab, und mit einem selbstgefälligen Fluglinien-CEO wird die manchmal etwas mühsame Rhetorik von Chefinnen und Chefs auf die Schippe genommen.

Gerade des ungewöhnlichen Schauplatzes wegen hat sich Hardbühne- Regisseur Daniel Schuppisser für das Stück des deutschen Autors Horst Helf­rich entschieden. Sonst spielten die meisten Schwänke in der Stube: «Es gibt die Eltern, die Kinder, später kommen noch ein paar weitere Personen dazu.» Dabei kommt es laut Schuppisser in einem Verein zu stets ähnlichen Besetzungen: «Dass jedes Mal der 40-Jährige den Sohn des 45-Jährigen spielt, das kann es ja nicht sein.»

«Airport Sturzflug 19 Uhr 05» hatte noch einen weiteren Vorteil: Die Zahl von stattlichen 20 Rollen legte eine Erweiterung des eingespielten Darstellerkreises der Laienbühne nahe. Ein Aufruf brachte den gewünschten Erfolg: In der Aufführung spielt nun eine Reihe von Nachwuchstalenten mit. Drei der Mitwirkenden treten dabei in mehreren Rollen auf die Bühne.

So zahlreich das Personal, so simpel ist das handlungsbildende Rezept: Regelmässig kommt es bei der Ankunft im Flughafen zur Personenverwechslung, was dann süffisante Dialoge nach sich zieht. Der gute alte Schwank kann eben nicht aus seiner Haut. Liebhaber des Genres können sich aber auch auf ein paar feine Pointen freuen. Zum Beispiel ermahnt die resolute Mutter den schon sehr erfahrenen Pilotensohn: «Flüügsch vorsichtig!», und auch Schuppissers Parodie aus dem Off auf den kuriosen Singsang einer typischen Flugpersonal-Lautsprecherdurchsage ist ziemlich unterhaltsam.

www.hardbuehne.ch

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