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Die Hoffnung auf den nächsten Coup

Ein Punkt an der Anfield Road in Liverpool genügt dem FC Basel heute, um ein drittes Mal in der Champions League zu überwintern. Wieder also ist ein englischer Gegner auszuschalten.

Es gibt heute Abend nur noch eine Variante, dass der Schweizer Serienmeister aus Basel im Frühjahr nicht mehr europäisch spielt. Er selbst muss seinen letzten Match in der Gruppe B der Königsklasse beim FC Liverpool verlieren und der bulgarische Aussenseiter Ludogorets Rasgrad muss den bisher stets siegreichen Weltklub Real Madrid in dessen Estadio Santiago Bernabeu schlagen – dann rutscht der FCB noch auf Platz 4 ab, darf der FC Liverpool in den Achtelfinals der Champions League, Ludogorets in den Sechzehntelfinals der Europa League weiterspielen.

Die nächsten 3,5 Millionen

Realistischer aber sind alle andern Möglichkeiten – und sie sind auch alle schöner: Mit einem Punkt an der Anfield Road wären die Basler vor Liverpool Gruppenzweiter und, von der Punkteprämie von einer halben oder einer ganzen Million Euro abgesehen, um weitere 3,5 Millionen Euro reicher. Denn die werden von der Uefa für jeden Achtelfinalteilnehmer ausgeschüttet. Mit einer Niederlage würden die Basler zwar hinter die Liverpooler «Reds» rutschen, aber nicht hinter Ludogorets, wenn die Bulgaren in Madrid – wie eigentlich zu erwarten ist – nicht gewinnen. Dann wäre der FCB als Dritter in der K.-o.-Phase der Europa League, was ja auch mit dem Erreichen des realistischen Ziels gleichzusetzen wäre. Ganz abgesehen davon, hätte der zweite Europacup auch seinen Reiz. Denn dort ist die Chance deutlich grösser, noch weiter zu kommen als in einem Champions-League-Achtelfinal gegen einen der Gruppensieger. Wie vor zwei Jahren, als der FCB Halbfinalist wurde.

Aber natürlich wäre es fürs internationale Renommee der Basler – und des gesamten Schweizer Fussballs – vorteilhaft, schaffte der Landesmeister zum dritten Mal den Sprung über die Gruppenphase der Königsklasse hinaus. Als gutes Omen darf gesehen werden, dass schon in den ersten beiden Fällen Gegner aus der Premier League die «Opfer» waren. 2002/03 hatte sich der FCB beispielsweise mit einem 1:1 an der Anfield Road eine gute Basis gelegt, es genügte ihm dann ein Heimremis gegen den FC Liverpool, um in die zweite Gruppenphase zu kommen, wie es dem damaligen Modus entsprach. Das Spiel an jenem 12. November 2002 im St.-Jakob-Park ist legendär, das 3:3 nach einem frühen 3:0. Und vor drei Jahren schafften es die Basler mit einem 2:1-Heimsieg im entscheidenden Match gegen Manchester United; auch damals schon war ein Unentschieden in England vorausgegangen.

Anders ist diesmal, dass die Entscheidung nicht in Basel, sondern in England fällt. Aber dort haben sich die Basler, nicht nur in den zwei genannten Fällen, immer wieder hervorragend gehalten – zuletzt vor einem Jahr mit dem 2:1 in Chelsea oder im Frühjahr 2013 mit dem 2:2 im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League in Tottenham. Die Zuversicht der Basler nährt aber auch, dass sie sich spätestens nach dem 1:0-Heimsieg gegen Liverpool vor zwei Monaten auf Augenhöhe mit den Briten wähnen. Seither hat sich der FCB auch noch stabilisiert, national wie international, ist der FC Liverpool aber noch immer nicht richtig vom Fleck gekommen. So waren seine letzten Meisterschaftsleistungen noch immer nicht überzeugend, am Samstag das magere 0:0 gegen Sunderland an der Anfield Road. Bescheidener Neunter der Premier League ist er danach.

Eine Chance, keine Gefahr

Dennoch sagt Brendan Rodgers, der Liverpooler Manager: «Das Spiel gegen Basel ist eine Chance und nicht eine Gefahr für uns. Wenn wir uns qualifizieren, kann uns das auch in den kommenden Monaten etwas Ruhe bescheren.» Die Basler wiederum treten in Bestbesetzung an. Nicht mehr dabei ist einzig der Ivorer Geoffrey Serey-Die, der sich mit Trainer Paulo Sousa überworfen hat und in der Winterpause abgegeben werden soll. Wichtig aber ist vor allem: Marco Streller, der grosse Basler Leader, ist wieder topfit. Er schoss auch das Tor im Hinspiel. red.

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