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Die innere Verdichtung bedroht die Gartenstadt Winterthur

Das Stockwerkeigentum nimmt zu, Einfamilienhäuser gehen zurück und Grün verschwindet. Das besagt die aktuelle Studie der Stadtentwicklung.

Möglich, dass man in zehn oder fünfzehn Jahren Winterthur nicht mehr als die Gartenstadt empfindet, als die sie heute angeschaut wird. Dann nämlich, wenn eingetreten ist, was in der aktuellen Studie der Stadtentwicklung «Blick in den Winterthurer Wohnungsmarkt» anklingt: «Es ist damit zu rechnen, dass trotz einigen Genossenschaftsprojekten die Anzahl der Eigentumswohnungen jene der Genossenschaftswohnungen nächstens überflügeln wird.» 2012 wurden in Winterthur 5337 Eigentums- und 5510 Genossenschaftswohnungen gezählt. Aktuell leben 59 Prozent der Einwohner Winterthurs in herkömmlichen Miet-, elf Prozent in Genossenschaftswohnungen und zehn im Stockwerkeigentum. Rund zwanzig Prozent der Einwohner leben in Einfamilienhäusern. Eher ländlich als urban Noch sind in der Statistik 7650 Einfamilienhäuser in Winterthur erfasst – 1057 mehr als in der Stadt Zürich. Der Wohnungsmix Winterthurs trägt damit eher ländliche als urbane Züge. Doch in den kommenden Jahren wird sich diese Zahl verringern. Alte Einfamilienhäuser werden Mehrfamilienhäusern mit Stockwerkeigentum weichen. Für Einfamilienhaus-Neubauten ist der Boden in der Stadt zu teuer. Wer sich leisten kann, ein «Hüsli» zu bauen, das erwartet die Stadtplanung, weicht aus auf die Landgemeinden. Die Mehrfamilienhäuser aber, die anstelle der alten Einfamilienhäuser errichtet werden, verringern die urbanen Grünflächen, auf die Winterthur stolz ist. «Die Gefahr besteht», stellen die Autoren der Studie fest, «dass die Qualitäten der Gartenstadt Winterthur geschmälert werden.» Stockwerkeigentum boomt: Zwischen 1991 und 2000 entstanden in Winterthur mehr Eigentums- als Mietwohnungen (1448 ge­gen­über 1195). In den folgenden Jahren bis 2012 wurden noch mehr Eigentumswohnungen gebaut (1557), allerdings zog in dieser Zeit auch der Mietwohnungsbau an (3702). «Nur beschränkt planbar» Auch der Hauseigentümerverband (HEV) Zürich beobachtet diese Entwicklung. Albert Leiser, Direktor des HEV Zürich, sagt: «Da das bebaubare Land im Kanton Zürich beschränkt ist, wird es zunehmend schwierig, in urbanen Zentren Einfamilienhäuser zu bauen.» Das Stockwerkeigentum sei deshalb eine immer beliebtere Möglichkeit, Wohneigentum zu haben. Leiser sagt, Wohneigentum vermittle das Gefühl von Sicherheit und für viele Menschen sei der Wunsch nach Wohneigentum nach wie vor gross. Leiser findet nicht, dass dies die Städte zu stark verändert. Er sagt: «Städte sind im Wandel und verändern sich permanent. In den 80er-Jahren wollte niemand in Zürich wohnen, heute wollen es alle. Es lässt sich nur beschränkt planen.»

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