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Die iWatch sorgt für steigende Hektik

Im Herbst bringt Apple voraussichtlich seine iWatch auf den Markt. Die Schweizer Uhrenindustrie reagiert betont gelassen auf den branchenfremden Mitbewerber. Ist dieses Selbstvertrauen gerechtfertigt?

Die Apple-Uhr iWatch ist eines der bestgehüteten Geheimnisse des kalifornischen Konzerns. Gerüchte und unbestätigte Informationen halten das Interesse an der computerisierten Uhr seit Jahren am Leben. Dazu gehören aktuelle Spekulationen, wonach Apple die iWatch bereits im Oktober auf den Markt bringe. Es gibt aber auch Fakten: So hat das US-Patentamt am 22.Juli ein Patent von Apple für ein «am Handgelenk getragenes elektronisches Gerät» zugelassen. Weiter ist Apple daran, sich in der Schweizer Uhrenindustrie nach Fachkräften umzusehen. Der französische Luxusgüterkonzern LVMH bestätigte Anfang Juli, dass Apple den Verkaufschef seiner Luxusuhrenmarke Tag Heuer abgeworben hat. 2015 kommt Fitness-Swatch Schliesslich dementierte Nick Hayek, Chef des weltgrössten Uhrenkonzerns Swatch Group mit Sitz in Biel, dass es eine Zusammenarbeit mit Apple bei der iWatch gebe. Dafür kündigte Hayek kürzlich an, im kommenden Jahr eine eigene «schlaue» Uhr oder Smartwatch lancieren zu wollen. Noch im März 2014 hatte Hayek erklärt, er glaube nicht, dass die iWatch die «nächste Revolution» sei. Für den Neuenburger Wirtschaftsprofessor Pierre-Yves Donzé von der Universität Kyoto ist es kein Zufall, dass die Swatch Group gerade jetzt die Pläne für die eigene Smartwatch öffentlich macht: «Dies soll ohne Zweifel zeigen, dass die Swatch Group innovativ bleibt und bereit ist für einen möglichen «Krieg der Gadgets mit den grossen Elektronikherstellern», sagt der Autor von Büchern über die Geschichte der Schweizer Uhrenindustrie. Wachsamkeit gegenüber dem Mitbewerber ist durchaus angebracht: Apple hat mit dem Abspielgerät iPod und dem Onlinedienst iTunes nicht nur die Musikindustrie aufgemischt, sondern mit dem Alleskönner-Handy iPhone auch den Herstellern von Mobiltelefonen eingeheizt. Zudem hat fehlende Weitsicht für technologische Neuerungen die Schweizer Uhrenindustrie bereits einmal an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Als die Japaner in den 1970er-Jahren den europäischen Markt mit billigen Quarzuhren überschwemmten, brachen die Verkäufe ein. Erst dank der 1983 lancierten Swatch erlebte die Branche eine Wiedergeburt. Insider glauben aber nicht, dass sich die Geschichte mit der iWatch wiederholen wird. «Die Smartwatch stellt keinen technologischen Schock wie die Quarzuhr dar», sagt Wirtschaftsprofessor Donzé. Finanzanalyst René Weber, der sich bei der Zürcher Privatbank Vontobel mit der Swatch Group auseinandersetzt, sieht diese ebenfalls gewappnet: «Innerhalb der Swatch Group ist das Know-how vorhanden, damit ins Smartwatch-Segment eingestiegen werden kann.» Jean-Claude Biver, Verwaltungsratspräsident der Waadtländer LVMH-Luxusuhrenmarke Hublot, findet: Die Branche hat ihre Lehren aus der Krise der 1970er-Jahre gezogen. «Die Schweizer Uhrenindustrie wird dank einiger geeigneter Marken einen guten Anteil der technologischen Entwicklung beherrschen und besetzen», sagt Biver. Hublot soll eine solche Marke werden. Und das ist bei Biver Chefsache. Der Luxemburger arbeitet persönlich mit der Abteilung Forschung und Entwicklung zusammen.

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