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Die Jugendkriminalität nimmt weiter ab

Im Jahr 2012 zählte die Oberjugendanwaltschaft des Kantons 10,6 Prozent weniger Fälle als im Jahr davor.

Die Jugendkriminalität im Kanton Zürich hat im Jahr 2012 abgenommen. Dies teilt die Oberjugendanwaltschaft in ihrer gestrigen Medienmitteilung mit. Insgesamt nahmen die Straftaten von Jugendlichen um 10,6 Prozent ab. Für Marcel Riesen-Kupper, Leitenden Oberjugendanwalt, sind das erfreuliche Zahlen. Er spricht von einem Trend, der sich in der Jugendkriminalität bemerkbar macht: «Seit drei Jahren nimmt die registrierte Jugendkriminalität ab.»

8129 Fälle behandelte die Jugendanwaltschaft im letzten Jahr. 2011 waren es über 9000 Fälle. Verurteilt wurden 3417 Jugendliche, rund 500 weniger als im Vorjahr. Bei den Verurteilten handelte es sich bei 80 Prozent um männliche Jugendliche. Letztes Jahr lag der Anteil an männlichen Verurteilten bei 77 Prozent. Nur jede fünfte Verurteilte war ein Mädchen. Nicht ganz jeder dritte Verurteilte war Ausländer. Mit 31,8 Prozent blieb der Anteil der verurteilten Ausländer im Vergleich zum Vorjahr konstant. Riesen sagt: «Der Anteil von ausländischen Jugendlichen bei Delikten ist höher als der entsprechende Anteil in der Wohnbevölkerung.»

Weniger Gewaltstraftaten

Besonders erfreulich ist für Riesen, dass auch die Gewaltstraftaten seit 2009 stetig abgenommen haben. Die Anzahl der wegen einer Gewaltstraftat verzeigten Jugendlichen im Kanton Zürich sank um 11,6 Prozent auf 630 Fälle ab. Im Vorjahr waren es noch 713 Fälle. Zu einer Gewaltstraftat gehören nebst Tötung, schwerer und einfacher Körperverletzung auch sexuelle Nötigung, Raub und Drohung.

Über die Gründe der sinkenden Jugendkriminalität kann Riesen nur mutmassen. Er vermutet, dass die Summe der Massnahmen für die Bekämpfung der Jugendkriminalität wohl ihre Wirkung gezeigt habe. «Beispielsweise gab es in den letzten Jahren an den Schulen viele präventive Aktivitäten zu diesem Thema und die Zusammenarbeit der Behörden wurde optimiert.» Zwischen der Abnahme der Jugendgewalt und der subjektiven Wahrnehmung der Bevölkerung bezüglich Gewalt und Jugend gibt es eine grosse Diskrepanz. Riesen sagt, dass dies oft mit der Berichterstattung zu tun habe: «Spektakuläre Fälle werden in den Medien intensiv und repetitiv dargestellt.» Da könne der Eindruck entstehen, dass die Jugendgewalt zunehme. Die Zahlen zeigten aber, dass dem mindestens bei der registrierten Jugendkriminalität nicht so ist.

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