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Die kleinste Kirche wird noch kleiner

In der reformierten Kirche Veltheim ist die halbe Empore entfernt und so die Kapazität verringert worden. Das freut Puristen und die Feuerpolizei.

Die Feuerpolizei nimmt es sehr genau. In einem Raum mit nur einem Ausgang dürfen sich lediglich 50 Personen aufhalten, Gesetz ist Gesetz. So ein Raum ist auch die Empore der Kirche Veltheim. Bei der jüngsten Renovation ist deshalb ein Teil davon entfernt worden – er hätte künftig ohnehin nicht mehr genutzt werden dürfen. Der Abbau hat einen positiven Nebeneffekt: Der entfernte Abschnitt lag längs zum Schiff und zerteilte die Bogenfenster auf der Nordseite der Kirche. Die Seiten­empore war erst 1980 in die 500-jährige Kirche eingebaut worden. Ohne sie wirkt der Raum nun heller und weiter. «Ursprungszustand gibts nicht» Anlass für den Umbau, der eben ab­geschlossen wurde, war indessen nicht die Empore, sondern die defekte Boden­heizung. Auch musste ein behindertentaugliches WC eingebaut werden. Architekt Markus Jedele bemühte sich um sanfte Eingriffe: «Ich habe mich nicht am Ursprungszustand orientiert, so etwas gibt es eigentlich gar nicht bei einem Bau, der über die Jahrhunderte immer wieder verändert wurde.» Stattdessen habe er versucht, die Bau­geschichte sinnvoll fortzuschreiben. Ein Zeichen hat der Architekt aber gesetzt: Die moderne, runde Deckenlampe sticht ins Auge. Auffällig auch: Es gibt einen Mittelgang vom Eingangs­bereich zum Taufstein. Früher musste man hinten um die langen Kirchen­bänke herum­gehen, um zum Chor zu kommen – auch dies eine Veränderung von 1980, die rückgängig gemacht wurde. Die Bänke blieben dieselben, auch wenn man es ihnen kaum ansieht; der dicke Lack wurde entfernt. Die Wände mit den Malereien aus der Bauzeit wurden gereinigt, nicht aber gestrichen. Wie viel heller sie nun sind, realisiert man erst, wenn man den kleinen Fleck neben dem mittleren Nordfenster betrachtet, der nicht geputzt wurde und tiefgrau erscheint. Die Baukosten betrugen etwa eine Million Franken. Der Architekt spricht von positiven Rückmeldungen nach dem ersten Gottesdienst am Sonntag. Wie sich die Akustik verändert hat, wird sich auch heute Abend am Passionskonzert zeigen. Bei gut besuchten Anlässen wie diesem dürfte sich die tiefere Kapazität der Kirche bemerkbar machen, die nun noch bei etwa 240 Personen liegt. (gu)

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