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Die Kunst der Selbstverteidigung

neftenbach. Am Wochenende findet in Neftenbach die Schweizer Meisterschaft im Ju-Jitsu statt. In vier verschiedenen Disziplinen messen sich über 100 Teilnehmer aus 15 Vereinen.

Ursprünglich wurde die japanische Kampfsportart Ju-Jitsu von den Samurais als waffenlose Selbstverteidigung praktiziert. Daraus haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Stile wie Judo, Aikido und Karate entwickelt. Deren Elemente sind für kampfsportkundige Zuschauer immer wieder erkennbar.

Ju-Jitsu ist aber nicht mit der Vereinigung dieser Sportarten gleichzusetzen. Paradoxerweise erreicht die Ursprungssportart Ju-Jitsu nicht den gleichen Bekanntheitsgrad wie Judo, das seit Tokio 1964 olympisch ist. Es erstaunt, dass Ju-Jitsu selbst in Japan als Wettkampfsport nur geringen Stellenwert hat. Diese technisch hoch anspruchsvolle und komplette Sportart auszuüben, gilt daselbst gar als ein wenig verpönt.

«Fighting» und «Duo-System»

Die Popularität dieser Kampfkunst möchten die Winterthurer Initianten der Schweizer Meisterschaft hierzulande ankurbeln. Bereits vor zwei Jahren entstand die Idee zur Ausrichtung dieses Events. Geplant wurde das Turnier von zahlreichen Helfern rund um den OK-Präsident (und sogar Teilnehmer) Michael Stutz. Das Highlight steigt morgen Samstag, wenn die zwei verschiedenen Disziplinen «Fighting» und «Duo-System» anstehen.

Während im «Fighting» (Kampf Mann gegen Mann) Nationen wie Frankreich, Italien oder die Ostblockstaaten dominieren, erwiesen sich die Schweizer Kämpferinnen und Kämpfer in den letzten Jahren im «Duo-System», das eine exzellente Reaktionsfähigkeit sowie präzise Umsetzung der Techniken voraussetzt, als äusserst erfolgreich. Europa- und Weltmeistertitel waren für die Eidgenossen keine Seltenheit. Jeweils zwei Personen bilden ein Team, das die vom Schiedsrichter vorgegebenen Angriffs- und Verteidigungsformen so rasch als möglich umsetzen muss und nach Kampfende – ähnlich dem Kunstturnen – von der fünfköpfigen Jury anhand von Punkten bewertet wird.

Aushängeschild Nicolas Baez

Vom veranstaltenden Klub aus Winterthur nehmen in Neftenbach zehn Kämpferinnen und Kämpfer teil. Die grössten Hoffnungen ruhen auf dem erst 20-jährigen Nicolas Baez. Bereits seit Kindsbeinen im Judo aktiv, konnte er seit seinem Ju-Jitsu-Debüt im Jahre 2009 einen Erfolg an den andern reihen. Der amtierende Zürcher Meister zählt als letztjähriger Zweiter berechtigterweise zu den Titelaspiranten. Dank mehreren Einsätzen an internationalen Meisterschaften und seiner langjährigen Erfahrung als Judoka gelingt es Baez immer wieder, sich gegen nominell stärkere Gegner durchzusetzen.

Wie im Judo müssen die Sportler auch im Ju-Jitsu Gürtelprüfungen absolvieren. Im Wettkampf werden die Athleten in Gewichtsklassen eingeteilt; die Gürtelfarbe spielt dann nur noch eine untergeordnete Rolle.

In Neftenbach wird pro Gewichtsklas­se ein Schweizer-Meister-Titel vergeben. Die Meisterschaft gilt auch als Selektionswettkampf für das Nationalkader, dem insgesamt nur etwa zwölf Athleten angehören. Nicolas Baez hat diese grosse Hürde bereits gemeistert.

Unter der Leitung von Trainer Patrick Packes hat die Winterthurer Truppe des JJCW (Judo und Ju-Jitsu Club Winterthur) ihr Training intensiviert: Bis zu sechsmal wöchentlich trainierten sie in letzter Zeit in ihrem Dojo (Trainingsraum) in den Katakomben der Schützenwiese. Noch verfügen sie über diese ideale Infrastruktur, die sie aber beim geplanten Umbau des Fussballstadions wohl verlassen müssten. Sie hoffen, bei ihrem Heimturnier im Neftenbacher Exil möglichst gut abzuschneiden und ihre Sportart einem breiten Publikum präsentieren zu können.

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