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Die Kunst zu helfen

Die Winterthurerin Hannah Halbheer engagiert sich für Waisenkinder in Mosambik und sammelt mit Kunstwerken ihrer Mitschüler Spendengelder.

Hannah Halbheer ist keine Sechserschülerin. «Ich mache nur das Nötigste, damit es am Ende des Semesters reicht», sagt sie mit einem Lächeln. Dafür legt sich die 18-jährige Schülerin des Zürcher Gymnasiums Liceo Artistico ausserhalb des obligatorischen Unterrichts doppelt ins Zeug. Heute Freitag präsentiert sie an ihrer Schule die Verkaufsausstellung Lamo (Liceo Artistico per il Mozambico). Präsentiert werden Werke der Schülerinnen und Schüler des Kunstgymnasiums. Der Verkaufserlös geht an die Or­ganisation Asem, die Kinder und Jugendliche in Mosambik unterstützt.

Halbheer war für die komplette Planung und Organisation des karitativen Events zuständig. Die Ausstellung in Zürich ist aber nicht etwa Teil ihrer Maturarbeit, sondern ein privates Projekt, an dem sie seit mehr als einem Jahr freiwillig gearbeitet hat. Für Halbheer war dies der Schlüssel zum Gelingen: «Das Ganze sollte kein ‹Müssen› sein.» Um die Zeit, die sie investierte, sei es ihr deshalb nie schade gewesen.

Schon seit Jahren setzt sich die junge Winterthurerin mit der Entwicklungshilfe-Thematik auseinander. Auslöser waren die vielen Reisen, die sie zusammen mit ihren Eltern und ihren beiden jüngeren Schwestern schon unternommen hat. Afrika war schon mehrmals das Ziel. «Mein Vater hat mich mit dem Reisevirus angesteckt», sagt sie. Schon vor 20 Jahren sei er mit dem Motorrad von Zürich bis nach Kapstadt gefahren und danach weltweit als Logistiker für das Rote Kreuz im Einsatz gewesen.

Frisches Wasser in der Schule

Von ihrem Vater hörte sie auch das erste Mal von der Organisation Asem (Association pour les enfants de Mozambique), die in Mosambik eine Schule für Waisenkinder unterhält. Gegründet wurde diese im Jahr 1990 von der Schweizerin Barbara Hofmann, als der Bürgerkrieg im südostafrikanischen Land gerade zu Ende ging. Mittlerweile werden dort rund 3500 Kinder in handwerklichen Fähigkeiten unterrichtet. Halbheer besuchte die Schule dieses Jahr persönlich. «Das Geld wird sinnvoll investiert», sagt sie. Mit dem geplanten Erlös aus dem Kunstverkauf soll eine Wasserpumpe gebaut werden, um die Schule mit frischem Wasser aus einem nahen See zu versorgen.

Damit es dereinst so weit kommt, musste Halbheer an ihrer Schule einiges an Überzeugungsarbeit leisten. «Vor einem Jahr hielt ich einen Vortrag vor den Lehrerinnen und Lehrern», erzählt sie. Dabei hat sie nicht nur die Verkaufsausstellung vorgestellt, sondern auch die aktive Mitarbeit der Lehrpersonen eingefordert. «Ich schlug vor, dass wir das Land Mosambik auch in Fächern wie Geschichte und Geografie behandeln.» Dies habe trotz anfänglicher Skepsis in den meisten Fällen geklappt. Problemlos war das Weibeln um Unterstützung bei den Mitschülern. «Beim Vorstellen des Projekts in jeder Klasse erhielt ich ausschliesslich positive Reaktionen.» Viele hätten sofort begonnen, selber Ideen zu entwickeln, und seien bereit gewesen, Kunstwerke beizusteuern.

In eineinhalb Jahren wird Halbheer das Gymnasium abschliessen. Wie es danach weitergeht, weiss sie noch nicht. Einen Job in der Entwicklungshilfe, mindestens für eine Zeit lang, kann sie sich gut vorstellen. Doch etwas weiss die Kunstgymnasiastin jetzt schon: «Künstlerin werde ich sicher nicht.» Dafür sei die Konkurrenz zu gross. «Das sieht man nur schon an der künstlerischen Qualität im Liceo Artistico.»

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