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Die Lions haben umgeschaltet

Die Sensation, auf die sie in Biel so sehr gehofft hatten, fand nicht statt: Mit einem 3:1 in der alten Eishalle glichen die ZSC Lions die Viertelfinalserie zum 1:1 aus.

Seit gestern Abend kann es ganz gut sein, dass in der Bieler Eishalle noch genau einmal NLA-Eishockey gespielt wird. Denn die Viertelfinalserie gegen die ZSC Lions bog gestern auf die Normalspur ein, der Favorit setzte sich durch. Spielen die Zürcher so weiter, dann reisen sie am Samstag ein letztes Mal in dieser Saison nach Biel. Und im Herbst steht ja dann die neue Eishalle bereit.

Ein bisschen Nostalgie war schon mit dabei, als gestern die Bieler vor dem Match ihren altehrwürdigen Eismeister Alfred Steinegger in die Pension beglückwünschten. Der Vater von Martin Steinegger hatte seine Arbeit 1983 begonnen, als die Bieler den bisher letzten Titel holten.

Aktuell träumen sie nicht vom Titel, sondern von einem zusätzlichen Heimspiel. Die Hoffnung dar­auf war durch das 5:0 vom Samstag genährt worden.

Doch die ZSC Lions taten den Seeländern nicht den Gefallen und traten ein zweites Mal so lasch und nachlässig auf. Sie haben – das zeigten die 60 Minuten in Spiel 2 – umgeschaltet. Oder wie es Chris Baltisberger, der zweifache Torschütze, ausdrückte: «Am Samstag spielten wir Qualifikationshockey, am Dienstag Playoff-Eishockey.»

Und diese Disziplin ist definitiv etwas für den kräftigen Flügel, der in diesem Winter seine ersten Erfahrungen im Nationalteam machen durfte. Sein Platz ist vor dem gegnerischen Tor.

Mehr physische Präsenz

Und dort war er auch erstmals nach etwas mehr als fünf Minuten, um einen Abpraller zur Führung zu verwerten. Das Tor aber «gehörte» Roman Wick. Denn er hatte mit zwei, drei Täuschungen seinen Gegenspieler Nicholas Steiner so lange beschäftigt, bis er alleine vors Tor kurven konnte.

Ein zweites Mal war Baltisberger richtig vor dem Bieler Kasten postiert, als Severin Blindenbacher einen Verlegenheitsschuss Richtung Tor abgab. Baltisberger lenkte zum 2:0 für die Zürcher ab. Es war das erste Powerplaytor, das sie in dieser Serie schossen. Und eines in nur einfacher Überzahl, nachdem sie erneut eine doppelte nicht genützt hatten.

Die Bieler wären nicht die Bieler, wenn sie aber trotz des 0:2-Rückstandes aufgegeben hätten. Sie kämpften und ackerten und holten ab und zu Strafen heraus, die im eigenen Stadion möglich sind. Eine solche gegen Robert Nilsson nützte Haas zum Anschlusstreffer. Danach war es mehrmals äusserst hektisch im Raum vor dem Zürcher Tor, doch die vielen freien Pucks, die dort herumlagen, wurden alle eine Beute der Zürcher Defensive.

Goalie Simon Rytz beendete die ganze Hektik, indem er in der zweitletzten Minute einen Schuss Luca Cuntis in der nahen Ecke passieren liess, dieses dritte Zürcher Tor besiegelte den ersten Sieg der ZSC Lions in dieser Saison in Biel.

«Wir standen defensiv sehr gut», befand Baltisberger. «Dazu hat uns Lukas Flüeler im Tor sehr viel geholfen. Wir holten uns einige dumme Strafen am Schluss, aber auch einige unglückliche. Da wurde es schon nochmals eng, wir wissen, wie gut ihr Powerplay ist.» Sie hätten am Montag einige gute Gespräche gehabt, «wir spielten mit mehr Disziplin». Und auch physisch setzten die ZSC Lions durchaus ihre Zeichen. Roman Wick, kein Mann für solche Belange, lieferte sich mit Biels Captain Tschantré mehrere Duelle.

Wie gut sich die Zürcher vom Schock des Samstags erholt hatten, zeigte das erste Drittel, in dem sie mit 11:4 Schüssen das Heimteam geradezu dominierten. Sie spielten viel aktiver und aufmerksamer. Und so konnten sie auch belegen, dass es gegen Biel durchaus auch möglich ist, saubere Angriffsauslösungen zu produzieren. «Wir trugen der Scheibe mehr Sorge» war ein weiterer Punkt, den Baltisberger ansprach.

Das führte dazu, dass im Zürcher Spiel fast alles so funktionierte, wie es funktionieren kann. Lukas Flüeler musste nicht wieder nach 30 Minuten seinen Arbeitsort verlassen, sondern er hielt stark. Jetzt geht es für die Zürcher vor allem darum, am Donnerstag im gleichen Stil fortzufahren. Roland Jauch

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