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Die Löwenstadt am Äquator

Vier Landessprachen und eine Stadt, die in Sachen Sauberkeit nichts zu wünschen übrig lässt: Singapur wird oft auch «die Schweiz von Asien» genannt. Doch der Stadtstaat hat noch viel mehr zu bieten. So viel, dass ein paar Tage nicht reichen, ihn zu entdecken.

Die Luft ist feucht und riecht so, wie sie es nur in Asien tut. Wer den Changi Airport in Singapur verlässt, spürt sofort, dass hier vieles anders ist, als er es sich gewohnt ist. So befindet er sich zwar in Südostasien und doch ist alles wohlorganisiert. Für manchen eingefleischten Asienfan manchmal vielleicht zu organisiert und zu geordnet. Dafür ist der Kulturschock weniger gross. Und wer bereits länger in Südostasien unterwegs ist, fühlt sich in der Stadt nahe am Äquator häufig ein bisschen so, als würde er nach Hause kommen. Singapur wird nicht ohne Grund auch «die Schweiz von Asien» genannt. Wie in der Schweiz gibt es auch in Singapur vier offizielle Landessprachen, und zwar Englisch, Malaiisch, Mandarin und Tamil. Wobei Englisch inzwischen von fast jedem Singapurer unter 40 Jahren gesprochen wird. Die Stadt zählt zu den zehn wichtigsten Finanzmetropolen der Welt, alle wichtigen internationalen Banken haben hier einen Ableger. In Sachen Sauberkeit ist der Stadtstaat vorbildlich und äusserst streng: Es drohen hohe Bussen, wenn man beim Wegwerfen von Kaugummis oder Zigarettenkippen erwischt wird. Die Stadt, die auch Löwenstadt genannt wird, gilt als Drehkreuz Südostasiens und ist vor allem bei asiatischen Touristen beliebt. Europäer kennen die Metropole häufig von Stopover-Aufenthalten. Dabei sind zwei oder drei Tage Aufenthalt viel zu wenig, um den Stadtstaat kennen zu lernen. Wer tiefer eintauchen will, ist gut beraten, etwas mehr Zeit einzurechnen. In Singapur können Reisende verschiedene Aspekte Asiens auf einem Flecken entdecken. Eine Auswahl der wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Chinatown: Hier, westlich des Singapur Rivers, haben sich 1830 die ersten chinesischen Einwanderer niedergelassen. Heute laden bunte Märkte und Läden zum Bummeln ein. Wer auf der Suche nach Souvenirs ist, wird in Chinatown sicher fündig. Auf keinen Fall verpassen sollte man einen Besuch im Maxwell Food Center. Von aussen nicht besonders attraktiv, gibt es im Inneren zahlreiche Stände mit hervorragendem und günstigem Essen: So soll es hier am Tian-Tian-Hainese-Stand das beste Chicken Rice der Stadt geben, und das für nur drei Singapur-Dollar. Die Einheimischen stehen auf jeden Fall Schlange. Little India: Östlich des Singapur Rivers und ge­gen­über von Chinatown haben sich seit dem 19. Jahrhundert die indischen Einwanderer, vor allem Tamilen, niedergelassen. Hier riecht es nach Gewürzen und überall, wo man hinschaut, gibt es Läden und Schneider, die Saris aus glitzernden Stoffen anbieten. Typisch sind – wie auch in Chinatown – die Shophouses oder «Chophouses», wie die ursprünglichen Häuser in Singapur genannt werden: Im Erdgeschoss befindet sich der Laden, im Obergeschoss die Wohnung der Familie. Kampong Glam: Klein, aber fein ist das Viertel, in dem sich in der Gründerzeit arabische Händler angesiedelt hatten. Auch dieses Viertel wird von den Shophouses geprägt. Wer in diesen Strassen auf der Suche nach Stoffen ist, wird sicher fündig: In Kampong Glam (malaiisch für Dorf und Strasse) findet man qualitativ gute Pashmina-Schals aus Seide und Cashmere. Hier befindet sich zudem der ursprüngliche Sitz des Sultans von Malaysia, in dem heute das Malay Hertiage Center untergebracht ist. Marina Bay Sands: Selbst wenn man in einem der anderen Hotels in Singapur wohnt, ein Besuch des «Marina Bay Sands», das 2010 eröffnet wurde, lohnt sich. Das Hotel mit Freiluftpool im 57. Stock verbindet Strandfeeling mit Stadtkulisse. Wie die Arche Noah auf dem Berg thront die 340 Meter lange Terrasse auf den drei Hoteltürmen. Zwar darf man nicht im Pool baden, wenn man kein Hotelgast ist. Die Sicht auf die Skyline von Singapur geniessen und sich an einer der Bars einen Drink gönnen aber schon, vorausgesetzt, man hat sich in der Eingangshalle des Hotels registriert und die 20 Singapur-Dollars für die Besichtigung bezahlt. Gardens by the Bay: Das 101 Hektaren grosse Parkgelände, das 2012 eröffnet wurde, befindet sich auf aufgeschüttetem Land. Die Anlage ist Teil des Planes der Regierung, Singapur in eine Stadt im Garten umzuwandeln. Am eindrücklichsten ist der Garten nachts, wenn die künstlichen Bäume (Supertrees) beleuchtet sind. Die 18 bis zu 50 Meter hohen Bäume bestehen aus Stahlgerüsten, die vertikal mit Kletterpflanzen bewachsen sind. Der Strom für die Beleuchtung wird durch Sonnenkollektoren erzeugt, die sich in den Kronen der Bäume befinden. Orchard Road: Sie ist die Hauptstrasse der Einkaufscenter und eine Shopping-Mall reiht sich an die andere. Die Markenshops und Luxusgeschäfte wiederholen sich und man fragt sich, wer um alles in der Welt all die teuren Produkte kaufen soll. Eines der grössten und neusten der Zentren ist das ION Orchard. Es umfasst 66 000 Quadratmeter und acht Stockwerke, in denen man sich leicht verirren kann. Riverside Point: Von den Bumboats aus, die den Singapor River queren, bietet sich eine wunderbare Aussicht auf die Hochhäuser des Central Business Districts wie auch auf die Kolonialbauten und Shophouses. Besonders eindrücklich ist die Fahrt gegen Abend, wenn die Lichter der Stadt angehen. Es gibt zahlreiche Haltestellen entlang des Flusses, das Anmelden zum Zusteigen ist nicht nötig. Der Clarke Quai ist für seine vielen Restaurants, Bars und Diskotheken bekannt, die, rund um den Hafen verteilt, in Shops und Häusern aus der Kolonialzeit eingerichtet wurden.

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