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Die Messe ist vor allem eines, ein Volksfest der Kuriositäten und Köstlichkeiten

Ein Rundgang führt uns vorbei an vitalisiertem Wasser, Nackenmassagegürteln und einer Tunnelbohrmaschine bis zu Gublers Gewürzmessebraten und einem lautlosen Café.

Nach dem ersten Fensterlädenproduzenten, der ersten Dampfbügelstation und dem ersten Zeitschriftenabonnementsverkäufer steht da Beat Gysi aus Thalheim vor uns, Vorstandsmitglied des Modellbauclubs Wyland. Der Klub sei an die Messe eingeladen worden, um sein Wirken und seine Werke zu zeigen. Die Flugzeugmodelle von Gysi selber etwa oder das genau nachgebildete Modell einer Gotthard-Tunnel-bohrmaschine. 2800 Stunden hat Manfred Bauer, auch er ein Vorstandsmitglied des etwa zehnköpfigen Klubs, dafür aufgewendet. «Bisher», steht geschrieben, die Arbeit geht also noch weiter. Der nächste Halt auf dem gut signalisierten Rundgang gilt der Firma PriWaTec aus Einsiedeln, die sich der Wasserveredelung verschrieben hat und die entsprechenden Geräte selber baut. Aquellino heisst der Renner, der zweierlei bewirkt: Der Kalk im Wasser wird mittels «Hochleistungs-Permanentmagnet in eine nicht haftende Form gewandelt», und eine Edelsteinmischung aus Turmalin, Rosenquarz und Bergkristall gibt dem kommunen Leitungswasser Quellwasserqualität. Dann – eben sind die ersten Infrarot-Wärmekabinen vorbei – ist Stau auf dem Rundgang. Die SVP hat ein Glücksrad montiert und wir lernen: Immer, wo es etwas gratis oder zu gewinnen gibt, bleiben besonders viele Leute stehen. Zum Beispiel beim Stand, wo man gratis den Massagegürtel «Munich Spring», eine Weltneuheit, testen kann. Er knetet kräftig. Glöggliböögg auf Bierflasche Der Nächste, der uns zu einem Stopp bewegt, ist Patrick Rubitschon. Er wohnt in der Brühlgut-Stiftung und arbeitet bei der Brauerei Euelbräu. Für 20 Franken könne man sich fotografieren lassen, erklärt er, und das Porträt komme dann als lustiger Glöggliböögg auf vier Bierfläschchen. Auch die nächsten Stopps verdanken wir dem lokalen Gewerbe. Zuerst wollen wir uns beim Metzger Gubler, der nach jahrelanger Absenz an die Messe zurückgekehrt ist, ein Stück des legendären Messebratens genehmigen. Dessen Geheimnisse, verrät der Vizechef Frank Hildenbrand, seien das Niedergaren und die Gewürzmischung: «Sehr mild ist die, mehr sage ich dazu nicht.» Für 9.50 Franken gibts ein wirklich feines Schweinshalsbratenstück in einer Brottasche. Wir begnügen uns mit einem Schnäfeli, denn das «Café des Signes» lockt. «Espresso bitte» gebärden Das Café ist eine Kooperation der Wülflinger Bäckerei Lyner mit dem Schweizerischen Gehörlosenbund. Der Kaffee ist wie überall, doch wer beim gehörlosen Personal bestellen will, findet in einer Broschüre oder auf den Bildschirmen die Anleitung zum Gebärden. Hinter Plexiglas füllen Luzia (hörend) und Lucia (gehörlos) derweil laufend frische Berliner und fertigen anderes Gebäck. Mittlerweile ist es 16 Uhr, Zeit für die erste Auflage der Modeschau. Oh, là, là! Da tanzen die Models nicht nur chic in bunten Skianzügen über die Bühne, sondern auch scharf in Dessous, Lack und Leder. Das mehrheitlich schon ältere Publikum an diesem ersten Nachmittag klatscht artig, zögert aber noch mit Johlen. mgm

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