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Die neue Freiheit für Mosers Mutterkühe

Der erste von acht städtischen Bauernbetrieben ist umgebaut, jener der Familie Moser auf dem Taggenberg. Heute standen neben Kühen und Kälbern auch Stadträtinnen im neuen Laufstall.

Das Geld hatte im Vorfeld im Vordergrund gestanden: 1,4 Millionen Franken pro Gehöft schien vielen etwas viel. Vor allem die politisierenden Bauern in der Landwirtschaftskommission hatten die Umbaupläne als überrissen kritisiert.Heute war das Geld nur noch am Rand ein Thema. Zwei SP-Stadträtinnen, Bauern- und Verbandsvertreter sowie vor allem die Pächterfamilie Moser freuten sich über den neuen Laufstall und den Fahrsilo im Betrieb auf dem Taggenberg. Fahrsilo bedeutet: Keine hohen Türme, sondern grosse befahrbare Betonwannen. Und Laufstall bedeutet keine Mistgaretten mehr, sondern Mechanik; und Freiheit für die Tiere. Sie haben hundert Fressplätze, Abkalbeboxen, wo sich Mutterkuh und Kalb ungestört aneinander gewöhnen können. Einen Liegebereich und draussen einen Wohlfühlbereich, der den Neid von Stadträtin Yvonne Beutler (SP) weckte: «Ich wünschte, ich hätte so eine rotierende Bürste im Büro.»

Volle Umstellung auf Bio 2016

Beutler, deren Grosseltern Bauern waren, ist als Finanzvorsteherin für die städtischen Bauernbetriebe zuständig. Sie erklärte bei der Einweihung des neuen Laufstalls die Grundpfeiler der städtischen Landwirtschaftspolitik. Die Betriebe sollen existenzsichernd sein, die Stadt will das Land in ihrem Besitz behalten, und die Betriebe sollen naturnah, möglichst biologisch produzieren. Bis 2016 soll der Hof Taggenberg vollständig Bio-zertifiziert sein.Er müsse und wolle auf Bio umstellen, sagte der Pächter, Markus Moser. Eine andere Umstellung hat er in den letzten Monaten bereits vollzogen: Von Milchwirtschaft auf Mutterkuhhaltung. Dafür wurde der neue Laufstall gebaut. Ein bisschen klagte Moser noch über die jüngsten Beschlüsse in Bern zur Bauernpolitik, um dann aber festzustellen: «Wichtig ist nicht nur das Portemonnaie, sondern das, was man als Bauer im Herzen hat.» An Bauvorsteherin Pearl Pedergnana (SP) lag es, den Bau als solchen vorzustellen: Entworfen hat ihn das spezialisierte Büro Eggerpartner aus Schönenberg an der Thur, das den Wettbewerb gewann. Die Kosten betragen 1,46 Millionen Franken (plus 200?000 für Einrichtungen, die der Pächter berappt). Das seien 13 Prozent weniger als der Mittelwert für einen Mutterkuhplatz. Der Stall ist 64 Meter lang und 21 breit, die beiden Fahrsilos fassen je 550 Kubikmeter Gras, die Güllengrube fasst 850 Kubikmeter Jauche, was laut Moser reicht für sechs Monate und den Jaucheexport überflüssig macht.

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