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Die Relationen zurechtgerückt

kiew/Valencia. Sowohl Thun als auch St. Gallen kassierten in der 3. Runde der Europa League deutliche Niederlagen.

Der FC Thun blieb beim 0:3 auswärts gegen Dynamo Kiew ebenso chancenlos wie der FC St. Gallen beim 1:5 in Valencia. Die Hoffnungen auf die Qualifikation für die 1/16-Finals bleiben aber für beide Teams intakt, wenn auch für St. Gallen nur noch minim.

In den Spielen der Europa League präsentierte sich der FC Thun in den letzten Wochen mit erstaunlichen Leistungen. Er deklassierte den serbischen Champion Partizan Belgrad (3:0), schlug Österreichs Rekordmeister Rapid Wien (1:0) und erlitt beim belgischen Spitzenklub Racing Genk eine unglückliche Niederlage (1:2). Der Abend in Kiew rückte nun die Relationen zurecht: Thun traf auf einen übermächtigen Gegner.

Die Berner Oberländer wurden von Dynamo Kiew in jeder Phase des Spiels dominiert. Die Offensive mit den Schneuwly-Brüdern und dem Super-League-Topskorer Josef Martinez trat gegen die ukrainische Abwehr mit dem Ex-Basler Alexander Dragovic als Pa­tron nie in Erscheinung, das Mittelfeld der Thuner war gegen den portugiesischen Internationalen Miguel Veloso und den Nigerianer Lukman Haruna durchwegs mit Defensivaufgaben ausgelastet, und die Verteidiger konnten den Sturm Dynamos mit dem holländischen Flügel Jeremain Lens, dem bulligen Stürmer aus dem Kongo, Dieumerci Mbokani, sowie dem überragenden Andrej Jarmolenko nie kontrollieren.

Bis zum ersten Auftritt Jarmolenkos dauerte es bloss sieben Minuten. Dann traf der 24-Jährige aus rund 20 Metern die Latte. Nach etwas mehr als einer halben Stunde zielte Jarmolenko besser, als er aus grosser Distanz unhaltbar unter die Latte schoss. Dass dies bis zur Pause das einzige Tor der Einheimischen blieb, war Thuns Glück.

Die hochprozentigen Chancen folgten sich bis zur 65. Minute in hoher Kadenz und führten zum entscheidenden 2:0 in der 60. Minute: Haruna liess drei Thuner ins Leere laufen und lancierte Aussenverteidiger Danilo Silva, dessen Flanke Mbokani frei stehend aus fünf Metern einköpfeln konnte. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Oleg Gusew zwölf Minuten vor dem Ende nach einem Konter. Die Berner Oberländer kamen kaum zu Chancen.

Verloren ist aus Thuner Sicht noch nichts: Mit einem Heimsieg in zwei Wochen auf dem heimischen Kunstrasen können die Schweizer den Gruppenfavoriten aus der Ukraine sogar wieder überholen. An der Spitze der Gruppe G bleibt Genk nach dem 1:1 im Heimspiel gegen Rapid Wien.

St. Gallens Limiten aufgedeckt

Der FC St. Gallen wurde von einer B-Mannschaft von Valencia vorgeführt. Bereits bei Halbzeit war die einseitige Partie im Mestalla-Stadion entschieden. Die 20-jährigen wirbligen Jungspunde, der Spanier Paco Alcacer (12.) und der Italiener Fede Cartabia (21. und 30.) sowie der portugiesische Verteidiger Ricardo Costa per Kopf schraubten das Skore gegen die überforderten St. Galler auf 4:0. Torhüter Daniel Lopar war nicht zu beneiden. Er rettete zwar mehrmals mirakulös und reflexschnell, sah aber beim zweiten und vor allem beim dritten Gegentor unglücklich aus.

In der etwas laueren zweiten Halbzeit musste sich St. Gallens Schlussmann nur in der 71. Minute nach hinten beugen, als ein Freistoss von Sergio Canales aus 20 Metern über St. Gallens Abwehrmauer zum 5:0 ins Netz drang. Stéphane Nater war es schliesslich in der 74. Minute vorbehalten den St. Galler Ehrentreffer zu erzielen.

Die ballsicheren und wendigen Spanier legten ein Tempo vor, das St. Gallen vor unlösbare Aufgaben stellte. Die talentierten Reserven von Trainer Djukic waren sichtlich bestrebt, sich für das erste Team zu empfehlen. St. Gallen offenbarte in jeder Linie eklatante Schwächen und mangelnde Zuordnung. In der ausgeglicheneren zweiten Hälfte vermochten sich die Ostschweizer zu steigern. Dies aber vor allem, weil Valencia seine Kadenz zurückfuhr.

Swansea musste gegen Kuban Krasnodar in der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich hinnehmen, bleibt aber Leader der St. Galler Gruppe A. (si/red)

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